Groombridge – Boy From The Golden City (2015)

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Groombridge – Boy From The Golden City
Label: Prolog Music, 2015
Format: CD im Mediabook
Links: Facebook, Band
Genre: Alternative Rock, Experimental, New-Prog

Groombridge ist ein kleines Dorf in England, ein Ort in dem nicht viel geschieht und die Welt meist noch in Ordnung ist. Die Musik der gleichnamigen Band aus Burgdorf BE steht im krassen Gegensatz dazu. Die aufgenommenen Welten sind gross, wild und aufregend – somit Klangformen die man zu selten aus der Schweiz vernimmt. Wagemut und Durchdachtheit, die Mannen aus dem Kanton Bern stürzen sich Hals über Kopf in den farbenfrohen Rock, ohne je die Übersicht zu verlieren. „Boy From The Golden City“ ist ein Werk für Magier mit glänzenden Augen.

Selten trifft man auf einen neuen Namen hinter dem sich so viel Können verbirgt. Was Groombridge auf ihrem vierten Album aufzeigen, ist nicht nur eine explosive Mischung aus alternativem Rock, Experimenten und Kunst, sondern ein perfekt geformtes Werk. Die Mitglieder haben so lange an den einzelnen Tönen gefeilt, bis jeder an seinem richtigen Platz sass und nichts Überflüssiges in den Liedern steckte. Dabei wurden die Lieder wohl nicht nur tausend Mal umgebaut und neu strukturiert, sondern die Melodien und Riffs frech verfremdet. Gerne erinnern Groombridge an Mischkünstler wie Incubus, bleiben aber immer bei sich selber. Effektgeräte, Mixer und Computer übernehmen Gitarre und Bass und zwängen sie in neue Gefässe. Jeder Musiker hantiert dazu mit Synths und Geräuschen, der Stilwechsel funktioniert in und zwischen den Liedern gleich fliessend. Die Platte klingt somit nicht nur extrem durchdacht, sondern ist mit seiner Laufzeit von 40 Minuten knackig und voller Energie. Nie fühlt man sich über- oder unterfordert, man jubelt den Mannen zu. Wenn eingängiger Gesang auf abgehackte Gitarrenspuren und knisternde Elektrodrums trifft, dann in einem harten Rockgebräue verschwimmt und am Ende als Pop-Phoenix neu aufersteht, kann man sich nur verneigen.

Groombridge haben nicht nur in der Schweiz viele Stunden an ihrer Musik gebastelt, sondern in China eine Konzertreise veranstaltet und dabei Unmengen an Erfahrungen gesammelt. Dadurch ist diese Platte nicht nur eine Wucht und ein genialer Ausdruck an Musik, es zeugt auch von unbefangenem Umgang mit dem Hobby und der Lust an der Neugestaltung des Bekannten. Eine genaue Klassifizierung der Lieder entfällt, der Entdeckergeist lebt auf. Zum im Auge behalten.

Anspieltipps:
Cold Blood, The Resigned Maestro, Let Me Tell You Something

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