Morrissey – Live At Earl’s Court (2005)

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Morrissey –  Live At Earl’s Court
Label: Attack Records, 2005
Format: CD
Links: Discogs, Künstler
Genre: Indie, Alternative Rock

Den ehrenwerten Moz einmal live auf der Bühne zu erleben, wie er singt und tanzt, wie er flucht und wie er Leute anpöbelt – das wäre schon mal was tolles. Doch leider zeigt sich Morrissey selten in der Schweiz und wenn er auf Tour ist, weiss man nie, welche Konzerte abgesagt werden. Eine schöne Alternative stellt dabei das Album „Live At Earl’s Court“ dar, welches mit seinem Titel auch gleich alles über den Inhalt sagt. Das Konzert aus dem Jahre 2004 bringt uns den englischen Künstler direkt ins Wohnzimmer, kompakt auf einer CD.

Der wunderbare Auftritt aus London startet auch gleich mit einem Klassiker, „How Soon Is Now?“ von The Smiths. Immer noch verwendet Morrissey gerne Songs von seiner ehemaligen Band bei den Darbietungen, fügen die sich doch auch wunderbar in die Setlist zwischen seine Soloarbeiten ein. Wie damals sind die Lieder auch heute noch kurz und knapp, die begleitenden Musiker brechen nie aus und spielen keine Solis. Sowieso folgt die Band klar den Anweisungen des Dandys, das stört so aber auch nicht. Genau ein solches Verhalten sucht man schliesslich bei Morrissey und seinen Musikern, alles ist wie man es kennt – stilvoll und mit beissender Satire gehalten, Bier mit Champagner. Der Frontmann machte sich an diesem Abend nicht nur gut im Anzug, sondern war gut gelaunt und spielfreudig. Der Gesang ist und bleibt natürlich unverkennbar, wie auch seine grossartigen Texte. Ihre Strahlkraft verlieren diese auch live nicht, besonders bei einer solch gelungenen Setliste. Da wechseln sich „Don’t Make Fun Of Daddy’s Voice“ und „Bigmouth Strikes Again“ ab, sowohl „I Have Forgiven Jesus“ als auch „Irish Blood, English Heart“ geben sich die Ehre.

Dieses Feuerwerk an Songwriting und Klasse bietet mindestens 18 Gründe für Fans, um zu jubeln und das Album abzufeiern. „Live At Earl’s Court“ bannt nicht nur einen perfekten Morrissey-Abend auf Platte, es dient auch hervorragend als Einstiegsdroge. Wer sich also kurz und schmerzlos mit dem Schaffen von Moz vertraut machen und dabei gleich auch an seine Art herantasten möchte, der ist hier goldrichtig.

Anspieltipps:
How Soon Is Now?, Don’t Make Fun Of Daddy’s Voice, I Have Forgiven Jesus

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