Bruce Soord – Bruce Soord (2015)

Bruce Soord_Solo_MBohli

Bruce Soord – Bruce Soord
Label: Kscope, 2015
Format: CD in Digipak
Links: Discogs, Künstler
Genre: Art-Pop, Rock

Gewisse Künstler veröffentlichen rastlos Album um Album, zieren sich jedoch lange, ein Solowerk in die Regale zu stellen. So auch Bruce Soord, den die meisten wohl als federführenden Kopf hinter The Pineapple Thief kennen. Nebst vielen Kollaborationen und der Platte mit Jonas Renske gibt es nun endlich sein erstes Album unter dem Namen „Bruce Soord“. Damit entfernt sich der Herr aber aus bekannten Kreisen und zeigt sich von der besonders zerbrechlichen Seite.

Art-Pop mit viel Gefühl, reduziert und alleine wie eine Blume in Schneefeldern. Soord hat seine Metalausbrüche beim letzten Album der Ananasdiebe ausgelebt und will niemandem mehr brutal in den Weg stehen. Ist es denn noch Singer-Songwriter, wenn die Lieder üppig produziert werden und voller Elektronik in tausend Farben schimmern? Wie auch immer, der kleine Bruder des kunstvollen Rock steht Bruce sehr gut. „Buried Here“ schwelgt in melancholischen Akkorden und Arrangements, ohne Effekte aus dem Synth zu vergessen. Der Künstler ist ein begabter Musiker und Songschreiber, dies wird einem auch bei diesem Album bewusst. Er weiss genau wie die Instrumente zu klingen haben und wie man in der Produktion damit umgeht. So wird in „The Odds“ die Beatwirkung aus Schlagzeug und Bass lauter, man hüpft von Strophe zu Strophe. Obwohl die Lieder sanft sind, erreichen sie eine extreme Dichte und Wucht. Mit Tonartwechseln und mehrspurigen Aufbauten steigern sich die Lieder fast unmerklich, genial passiert dies beim abschliessenden „Leaves Leave Me“. Hier will man sich gleichzeitig unter der beschützenden Decke verkriechen und mit offenen Armen durch die Strassen gehen.

Das selbstbenannte Album von Bruce Soord ist somit unscheinbar, aber voller Empathie und Sonnenlicht. Die Lieder sind sympathisch und zierlich, wirken aber nie betrübt. Obwohl sich der Mann nun stark von seinen sonstigen Veröffentlichungen entfernt hat, bleibt er seiner Klangsprache und dem Ausdruck treu. An „Bruce Soord“ werden Progfans wohl weniger den Gefallen finden, umso mehr aber alle Leute mit Interesse an intelligenter Popmusik.

Anspieltipps:
Buried Here, The Odds, Leaves Leave Me

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