Jovanotti – Lorenzo 2015 CC (2015)

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Jovanotti – Lorenzo 2015 CC
Label: Universal, 2015
Format: Doppel-CD im Mediabook
Links: Discogs, Künstler
Genre: Pop, Rock, Indie, Dance

Jovanotti ist ein Zauberer, ein Arbeiter, ein unmögliches Phänomen. Seit Jahren ist der Künstler aus Italien nicht zu bremsen und bringt in kurzen Abständen Alben voller wunderbarer Lieder heraus. Dabei spart er weder an Einfällen noch an der Menge. Auch bei „Lorenzo 2015 CC“ erwarten den Hörer wieder 30 Stücke, verteilt auf zwei CDs. Wirklich wahnsinnig ist dabei, dass diese lange Platte erneut super geworden ist und keinen Reinfall bietet. Wie schafft man so etwas nur?

Sicherlich lässt sich Lorenzo bei seinen Liedern von anderen Musikern und Produzenten unterstützen und der Kreativprozess gleicht einem Bandverhalten. Doch die endgültigen Entscheidungen fällt immer noch der Meister selber, sonst würde er vor ungenutzter Kreativität platzen. Auch „2015 CC“ ist wieder eine Weiterentwicklung seiner Karriere und bunte Rückschau im Gleichen geworden. Bereits mit dem ersten Lied lässt er die Herzen hüpfen und die Augen nass werden: „L’Alba“ ist ein mitreissendes und wunderschönes Lied über verpasste Chancen und neue Möglichkeiten. In unverkennbarer Art singt und spricht uns Jova aus der Seele und lässt die Musik auf genau diese melancholisch-verträumte Art aufspielen, die mich immer extrem mitnimmt. Dass die Band gegenüber den älteren Alben nun noch etwas elektronischer unterwegs ist, passt perfekt. Zwar erinnern gewisse Lieder zu Beginn etwas an Eurodance, Jova verführt aber immer auf der gesunden Seite der Tanzfläche. Die Produktion ist topmodern und schafft locker den Sprung von Dance zum Indie und Folk-Rock. Dabei wagte der Musiker sich sogar in Gewässer, die an Arcade Fire und ähnlich opulente Bands erinnern. Seine eigene Identität ist aber nie gefährdet, gerade auch wegen der überlegten und sinnvollen Texte. Egal ob Jovanotti über soziale Themen, aktuelles Weltgeschehen oder Ungerechtigkeiten singt, er schafft dies immer mit einer sehr prosaischen Sprache. Die Lockerheit geht ebenso nie verloren, Weltfreude bleibt.

Auf der zweiten CD begeben wir uns mit dem Italiener auf Weltreise und machen nicht nur in Sizilien Halt, sondern vernehmen auch Einflüsse und Rhythmen aus Afrika oder Südamerika. Ob die Bläser aufspielen, Gitarren gezupft werden oder Synths Wände aufbauen, hier wird alles organisch und einheitlich. „Lorenzo 2015 CC“ ist somit ein sehr zeitgemässes Album voller Rock, Indie und Pop. Es funktioniert dabei wie ein Karrierenüberblick und hat so viele tolle Momente vorzuweisen, dass man zuerst etwas überwältigt davorsteht. Mit der Zeit erschliessen sich aber die Schichten und das Werk reisst total mit. Ein weiterer Triumph von Lorenzo.

Anspieltipps:
L’Alba, Tutto Acceso , Il Mondo E Tuo (Stasera), Perché Tu Ci Sei

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