Live: Crippled Black Phoenix , Z7 Pratteln, 15-12-08

CBP_Pratteln_1_Mbohli

Crippled Black Phoenix
Support: Groombridge
Dienstag 08.12.2015
MiniZ7, Pratteln

Laut, stürmisch, wie dunkle Gewitterwolken voller Blitz und Donner – als sich Crippled Black Phoenix auf der Bühne formierten, krachte es nur so im MiniZ7 in Pratteln. Der Saal wird für dieses Unterlabel verkleinert, die Musiker stehen praktisch in den Zuschauern drin. Das garantiert ein intimeres Konzerterlebnis, weniger Abstand und weniger Einschränkung. Die wenigen Zentimeter die noch zwischen Fans und Musiker standen, wurden bereits beim ersten Song mit Klänge und Notenbergen gefüllt. Die Künstler aus Bristol gaben alles und liessen ihre Musik wie Urwesen aufleben.

Den Zuhörer und Körperschwenker wuchs farbiger Blumenkohl aus den Ohren, die Halle wankte und Stücke wurden zu fühlbaren Ereignissen. Ob man nun am Rand eines Höllenschlundes oder inmitten eines Tornados stand, die Welt ging unter und die Menschen jubelten. Dabei wäre diese Tour von Crippled Black Phoenix fast nicht passiert. Geld war Mangelware und bereits die neue EP „New Dark Age“ kam nur dank vieler Unterstützung zustande – eine Schande. Denn die epische Mischung aus Rock, Prog, Post und Experimental offenbart ihr wahres Gesicht nur auf der Bühne. Die Mitglieder des verkrüppelten Vogels sind ein bunter Haufen aus Bartgesichter, Kuttenträger und Hotpants. Daisy Chapman zeigte sich modisch, Justin Greaves verhüllt – Gastsängerin Belinda Kordic kam im Pullover. Weiter von einer durchdachten Banduniform kann man mit sieben Mitglieder nicht sein. Doch genau dieses Bild passte wunderbar zur emotionsgeladenen Weltuntergangsmusik der Band.

Der Mischer nahm sich diese Beschreibung wohl etwas zu sehr zu herzen und die Musik knallte total laut durch die Lokalität. Ohne Gehörschutz hielt man es nicht aus, mit verlor das Konzert die körperliche Wucht. Dies war sehr schade, denn Lieder wie „No!“, „Black Light Generator“ oder das neue „New Dark Age“ sind wahre Kracher. „This is the way the world ends, not with a whimper but with a bang“. 

So schlimm stand es um den Planeten bei Groombridge nicht, die interessante Band aus Burgdorf in der Schweiz liess auch Fröhlichkeit durchscheinen. Zwischen Hinweise auf Incubus oder elektronischen Eruptionen zeigte sich die Truppe experimentierfreudig. Gitarren wurden bis ins Absurde verzerrt, Gesänge geloopt und alles mit intensivem Knistern und Pochen unterlegt. Endlich wieder einmal eine einheimische Band, die sich weder im Stil noch in der Stimmung festmachen lässt. Schade, dass sich die Leute sehr brav zeigten und sich die Ausraster an diesem Abend sparten. Denn beide Bands hätten mehr Bewegung und Wahnsinn verdient gehabt.

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