Phased – Aeon (2015)

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Phased – Aeon
Label: Czar Of Bullets, 2015
Format: Download
Links: Bandcamp, Band
Genre: Doom, Metal

Wenn sich die Band nach einem Wort benennt, das den stufenweisen Abstieg in Klang- und Schallwahnsinn andeutet, muss die Musik dem einfach gerecht werden. Somit weiss man bei Phased bereits alles, ohne je ein Album von ihnen gehört zu haben. Poplieder mit viel Zucker und tanzbaren Rhythmen – solche Dinge interessieren das Schweizer Quartett nicht. Doom und Metal, breitbeinig und verrucht. Seit den Neunzigern unterwegs, weiss die Truppe immer noch, wie man Kellerräume zum Beben bringt und Metalheads zufriedenstellt.

Was die Ausführung betrifft, ist „Aeon“ natürlich ein typisches Genrewerk. Alle Lieder bezirzen mit schleppenden und schweren Riffs. Das Schlagzeug legt den Teppich aus, der Bass klopft ihn weich. Flecken findet man darauf keine, allerdings ist zwischen dem Russ und Staub sowieso wenig Farbe zu erkennen. Die Mannen locken aber mit einem Augenzwinkern in die dunklen Kammern und lassen einen sich immer sicher fühlen. Egal welch tiefe und böse Frequenzen angestimmt werden. Über allem stehen dabei die runter gestimmten Gitarren. Ihre Riffs und Licks lassen die Luft schwingen und den Magen rebellieren. Chris Sigdell stellt sich mutig zwischen diese Schallattacken und lockert das Feld mit seinem Gesang auf. Sicher und eingängig singt er die Zeilen zwischen wilder Verzerrung, die Band erreicht mit dieser Mischung sogar einen scheinbaren Hit bei „Eternal Sleep“. Wäre die Welt eine gerechte, dann würde auch dieser Track im Radio gespielt werden. Obwohl leider nicht alles an „Aeon“ so perfekt funktioniert, vermögen auch die eher trägen und unaufgeregten Momente der Platte die Freude nicht zu trüben.

Phased ist mit ihrem neusten Werk ein wunderbarer Doom-Felsen gelungen, durch die Gitarren fest verankert in der schwarzen Erde. Mit dem Erscheinen bei Wintereinbruch dient „Aeon“ dazu, die langen Nächte zu enteisen und dem Weihnachtsmann die Kutte schwarz zu färben. Wer für den Geschenkkauf die richtige Stimmung braucht, der soll sich bei „Into The Gravity Well“ zum Meditieren verleiten lassen. Schummrig schön, und bald wieder von Saitenqualen zerschnitten. Wie vieles bei Phased.

Anspieltipps:
Seed Of Misery, Eternal Sleep, The Atavistic

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