Paquita Maria – Paquita Maria (2015)

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Paquita Maria – Paquita Maria
Label: Eigenveröffentlichung, 2015
Format: CD
Links: Facebook, Soundcloud
Genre: Kammermusik, Varieté

Das Hören von Musik kann eine Reise in fremde Länder oder andere Zeiten darstellen, manchmal sogar eine Mischung aus beidem. Die erste Veröffentlichung von Paquita Maria, einer in Berlin lebenden Schweizerin, ist sogar eine Wanderung in ferne Welten und fantastische Jahre gelungen. Knappe 20 Minuten entführt uns die junge Dame in ihren Kopf und ihre Sichtweise des kreativen Ausdrucks. Liebevoll verpackt und hübsch gestaltet, stimmungsvoll bevor noch der erste Ton erklingt.

Bereits mit dem ersten Lied offenbart Paquita ein grosses Interesse an Musik des Untergrundes, an Kunst im eigentlichen Sinn und den verrückten Versuchen. Mit der Massenbefriedigung können sich andere beschäftigen, hier versucht die Künstlerin lang vergangenes und konventionsloses zu verbinden. Die EP ist ein Abrücken von Hörgewohnheiten und entführt uns mit einer Wirkung nahe des Hörspiels zur Kammermusik und ins Varieté. Basierend auf Klavier- oder Orgelfiguren werden die kurzen Lieder mit Cello, Perkussion oder französischem Gesang erweitert. Durch die extreme Wirkung der Melodien fühlt man sich in eine Welt transportiert, die in Schwarz-Weiss erstrahlt, in der sich Edgar Allan Poe und Stummfilmfiguren die Hand geben. Nebst Moorfeldern voller Krähen liegt in Gehweite die Provence und lädt zu Spaziergängen ein. Die Musik verschafft sich somit Kraft in der Ästhetik und ist sehr abwechslungsreich, ohne daran zu zerbrechen. Egal ob man dazu verhaltene Tanzpositionen einnimmt, Menschen schräg anguckt oder im Speisesaal anstösst, Entdeckungsfreudige haben ihre wahre Freude.

Eine CD wie diese kann nur von einer Weltenbürgerin stammen, einer Frau, die sich von der Schweiz entsagt und in Berlin die Kreativität des Gegenstroms in sich aufgesaugt hat. „Paquita Maria“ wurde in Frankreich, Portugal und Deutschland geboren, zeugt aber von Denken ohne Grenzen. Die EP ist knackig kurz, erstaunlich vielfältig und verlangt vom Hörer die erwähnten Denkweisen sowie Affinität für das Merkwürdige. Wer aber Musik als Abenteuer wahrnimmt, der begibt sich hier auf eine lohnenswerte Reise. Hoffentlich hören wir bald mehr von ihr.

Anspieltipps:
Spiegelkabinett, Rabenmahl, Barques; Fantômes; Sirènes

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