Ellie Goulding – Delirium (2015)

Ellie_Goulding_-_Delirium

Ellie Goulding – Delirium
Label: Polydor, 2015
Format: Download
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Synth-Pop

„Delirium“ ist für Musikerin Ellie Goulding aus England ein Herzensprojekt. Jahrelang hat sie daran geschrieben, gearbeitet und Geschehnisse in ihrem Leben verarbeitet. Als Fan musste man viel Geduld beweisen, denn lange Abstände zwischen Alben ist man sich bei grossen Popstars nicht gewohnt. Nun ist das dritte Werk vom Goldkehlchen aber erschienen und überrascht auf diverse Weisen. 22 Lieder in der Deluxe Variante, Abkehr von der düsteren Vergangenheit und eine grosse Umarmung für ihre Musikerfreundinnen. Ist dies noch die geliebte Ellie?

Fertig und vorbei ist die Phase des folkigen Pop und süssen Mädchens, ebenso sucht man die dunklen Synthwellen am falschen Ort. Was mit „Lights“ und „Halcyon“ begann, zweigt auf „Delirium“ nun ab und parkiert vor dem grossen Gebäude des modernen Pop. Ellie Goulding begrüsst per Kuss und Umarmung Gleichgesinnte und dankt ihnen tausendfach. Denn nicht nur haben Künstlerinnen wie Taylor Swift, Selena Gomez, Sia oder Rihanna ihr Privatleben geteilt, nein – auch die neuen Lieder wuchsen auf diesem Boden. Ohne die eigene Identität zu verlieren, mischt Ellie ihre Musik mit diesen Einflüssen und erreicht dabei den Pophimmel. Dank Hilfe der wichtigsten Produzenten auf dem Gebiet ist „Delirium“ eine topmoderne Platte, die viel Laune macht. Die Lieder halten einen nicht lange hin, dauern oft nur 3.5 Minuten und schmeissen den Refrain bereits nach zehn Sekunden ins Feld. Die Rechnung geht meist auf, Stücke wie „Something In The Way You Move“ oder „Don’t Need Nobody“ zaubern ein Lächeln auf das Gesicht und laden zum Tanzen ein. Ob die Beats nun rollen, Refrains mit Stimmensamples spielen oder die Synths sich zum Himmel hochschrauben, alles ist sehr eingängig und freundlich. In der Masse gehen gewisse Lieder zwar unter oder brechen unter der Kitschlast zusammen, grösstenteils spürt man Gouldings Spass aber heraus. So hört man in „Don’t Panic“ fröhliche Ausrufe, in „Army“ verneigt sie sich vor ihren Fans und Freunden. Endlich darf ihre Stimme da auch die gewohnten Ausbrüche in hohe Lagen vollziehen und Töne lang ziehen. Denn Ellies eigene Art zu Singen tritt auf diesem polierten Album leider etwas in den Hintergrund und wirkt zu gemässigt. Trotzdem ist es einfach nur toll, wieder neue Stücke von der Dame zu hören.

„Delirium“ ist wie eine Packung Kartoffelchips: Es macht kurzzeitig süchtig, schmeckt wunderbar und man kann nicht aufhören, bis der gesamte Sack leer ist. Danach fühlt man sich schuldig und überfressen, hat nach wenigen Tagen aber wieder riesige Lust, das Ganze zu wiederholen. Da vermiesen auch mühsame Details wie das billige Gepfeife bei „Keep On Dancin'“ oder der überdrüssige Song von „50 Shades Of Grey“ das Fest nicht. Wenn dann noch Sia, M.I.A. oder Little Boots zitiert werden beweisst Ellie Goulding, dass sie den Pop nicht nur verinnerlicht, sondern auch gemeistert hat. Ich freue mich sehr auf die Konzerte.

Anspieltipps:
Something The Way You Move, Codes, Don’t Need Nobody, Army

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