Verdena – Endkandez Vol.1 (2015)

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Verdena – Endkandez Vol.1
Label: Black Out, 2015
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Alternative Rock

Unglaublich was einem auf „Endkadenz Vol. 1“ bereits in den ersten Liedern empfängt: Wilde Gitarren, Schreie, hüpfende Rhythmen, leise Melodien, grosse Gesten. Und das waren erst drei von 13 Stücken – Wahnsinn! Die italienische Alternative Rock Gruppe Verdena hat 2015 ein neues Doppelalbum auf den Markt gebracht, das aber kundenfreundlich in zwei Teile gesplittet wurde. Volume 1 hab ich mir vor einiger Zeit gekauft und war gleich sofort verliebt in die Platte. Was das Trio an Tiefe und Vielfältigkeit offenbart, sucht seinesgleichen.

Zuerst fällt sicherlich das merkwürdige Klangbild auf. Die Instrumente werden alle extrem verzerrt und verrauscht präsentiert. Die Klänge scheinen aus einem alten Verstärker zu purzeln, alles überschlägt sich selber. Auch die Stimmen kratzen und quietschen, klare und stille Momente findet man nicht. Dabei zeugt die Abmischung von einer unglaublichen Wucht mit enormer Grösse. Egal wie stark alles verzerrt wird, man spürt den Druck und die Lebendigkeit. Somit sind Verdena nur schwierig mit anderen Bands zu vergleichen und machen sich total einzigartig. Hilfreich ist hierbei natürlich auch der Gesang auf Italienisch. Obwohl ich die Sprache nicht verstehe und es auch nicht meine liebste ist, eignet sie sich perfekt um Gefühle und Meinungen auf „Endkadenz“ auszudrücken. Emotionen kommen ungefiltert beim Hörer an, Melancholie mischt sich mit Wut und einer erdrückenden Intensität. Die Musik kann bei dieser Vielfalt mithalten und präsentiert die Gruppe mal als episch, laut und wild rockende Menschen („Ho Una Fissa“), dann wieder als gemütlich aufspielende Zeitgenossen („Nevischio“). Egal ob akustisch, verstärkt oder gar mit elektronischen Spielereien unterlegt, Verdena sind immer Meister und behalten Grenzen im Blickfeld.

Obwohl dies erst Teil eins darstellt, ist das Album erstaunlich lang und voll gestopft – positiv betrachtet. Alle Lieder bersten schier vor Ideen und Experimenten, zu keinem Zeitpunkt wird man der Musik überdrüssig. Dank dem eigenen Klangbild und der ausgewogenen Mischung feiert man „Endkadenz Vol. 1“ von vorne bis hinten ab. Und genau so sollte eine alternative Auslegung eines Genres doch funktionieren. Weg mit den Schubladen und Klischees, her mit der eigenen Identität. Endlich wieder einmal eine Platte, die überrascht und freudig erstaunt.

Anspieltipps:
Ho Una Fissa, Sci Desertico, Rilievo

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