Live: Archive, Kaserne Basel, 15-11-08

Archive_Basel_MBohli_1

Archive
Support: Pedro Lehmann
Sonntag 08.11.2015
Kaserne, Basel
Setlist

Hoard – Collect – File – Index – Catalog – Preserve – Amass – ARCHIVE. Das Kollektiv ist wieder da, alle stillgestanden. Bitte übergeben Sie alle Emotionen und Energie an die Verwalter des Archivs und bereiten Sie sich darauf vor, den Rest Ihres Lebens mit uns zu teilen. Wie Sie bereits wissen, bieten wir Ihnen eine unvergessliche Zeit und ein extremes Suchtverhalten. Lassen Sie sich auf uns ein – was jetzt bereits nicht mehr in Ihrer Hand liegt – und erleben Sie eine höhere Daseinsform. Feel it!

Wobei ich mich während dem Auftritt der englischen Band in der Kaserne in Basel schon kurz gefragt habe, wieso diese Gruppe bereits wieder hier ist. Zuletzt beehrten sie die Deutschschweiz im X-Tra in Zürich, vor 8 Monaten. Damals war das Album „Restriction“ neu und Archive präsentierten die Lieder zusammen mit dem Film zu „Axiom“. Ende 2015 gibt es kein neues Material und auch keine Überraschungen. Die Setlist besteht zwar weiterhin aus einer gesunden Mischung aus älteren und modernen Stücken, aber vergessene Perlen fand man keine. Sicherlich, eine Truppe wie Archive hat solch viele Hits und Publikumslieblinge im Gepäck, dass ihre Konzerte auch nach fünf Stunden noch grossartig wären. Trotzdem beschränkte man sich auf 13 eindrucksvolle Einblicke in das Schaffen dieser Firma. Von neusten Krachern wie „Crushed“ oder „Conflict“ zu alten Gewinnern wie „Fuck U“ oder „Dangervisit“. Dazwischen das übergeniale und unglaublich mitreissende „Finding It So Hard“. Einer der Wendepunkte ihrer Karriere, und für mich der Punkt am Konzert, an dem alles über mich herein brach. Die Wucht, die Energie, die Ausstrahlung. Wo die Musik schon Höhepunkt an Höhepunkt reiht, unterstützt die Lichtshow das gehörte mit extremen Bildern aus Scheinwerfern und Farben. Hinter den Männern wurden auf drei Leinwänden Filme gezeigt, die Texte und Melodien verstärkten und oft auch mit verstörenden Bildern faszinierten. Da fehlten natürlich Ausschnitte aus „Axiom“ nicht.

Wer leider durch Abwesenheit glänzte, war Holly Martin. Scheinbar befindet sich die hübsche Dame schon in einem anderen Land, wohl um ihr eigenes Album zu vollenden. Somit war die Abwechslung des Gesangs auf Dave Pen und Pollard Berrier beschränkt, aber kein Verlust. Dave wird immer stärker zum Frontmann und ist das Publikumsmagnet, Pollard zeigte eine wunderbare Leistung am Mikrofon. Spätestens beim abschliessenden – und immer wieder extrem starken – „Lights“ als Zugabe war man somit hin und weg. Archive können somit auch mit einer Tour zwischen zwei Alben nichts Schlechtes bieten. Egal wie oft man die Lieder schon vernommen, die Gruppe live erlebt hat – es ist immer wieder eine ganzkörperliche Erfahrung ohne Enttäuschungen.

Pedro Lehmann als Vorgruppe konnten leider keine grossen Akzente setzen. Die Mischung aus Indie, Rock und lärmenden Gitarrenausbrüchen war nett, aber mehr nicht. Vielleicht war ich nicht in der Stimmung, doch viele Lieder waren eher langatmig und nicht sonderlich abwechslungsreich. Auch die Stimme von Yannick Gächter konnte mich nicht überzeugen. Aber als Vorgruppe bei Archive dabei zu sein, ist keine einfache Aufgabe, hier ist man geistig schon woanders.

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