Live: Friska Viljor, Kaserne Basel, 15-11-07

Friska Viljor_Basel_MBohli

Friska Viljor
Support: Mo Kenney
Samstag 07.11.2015
Kaserne, Basel
Bilder: Mischa Castiglioni

Samstagabend in Basel: Draussen vor den Türen wummert die Herbstmesse und alles leuchtet in den prächtigen Neonlichtern der Kirmesbahnen. Drinnen im Saal tropft Schweiss von den Stirnen und Bier kondensiert zwischen Händen und Gläsern. Schweden war zu Besuch und liess die Kaserne eine wilde Party feiern. Friska Vijor sind schliesslich nicht dafür bekannt, ruhige und bedächtige Konzerte zu spielen. Somit war auch der Auftritt zu ihrem neuen Album „My Name is…“ eine ausgelassene Sache.

Mo Kenney aus Kanada gönnte den Besucher einen ruhigen Start in den Musikabend und spielte als Support mit ihren zwei männlichen Begleitern auf der Bühne schöne und fröhliche Lieder. Oft erinnerte mich der von der Gitarre beherrschte Klang an Landeskollegen wie Alvvays. Indie mit etwas Shoegaze, Rock mit viel Emotion. Die 25 Jährige erzählte zwischen den Liedern ehrliche Anekdoten zu ihren Songs und verzauberte somit einige Zuschauer in den ersten Minuten. Im Rossstall war es darum angenehm still und auch Zwischenrufe wurden von Mo beantwortet. Gerne lauschte und tanzte man, lachte und klatschte. Sicherlich erfindet die Kanadierin mit ihrer Musik das Rad nicht neu, doch solch wundervolle Stücke zu hören macht immer Spass.

Gut gelaunt bereitete man sich auf die Schweden vor, bewaffnet mit Bier und Platz zum Tanzen. Und dieser wurde auch benötigt, denn bereits beim ersten Lied „We Are Happy Now (La La La)“ hiess es: Alle Leinen los und fröhliches Ausrasten. Lauthals mitsingen, Fäuste in die Luft, gemeinsames Tanzen, Bier ausschütten. Die Band kennt keine Zurückhaltung und präsentiert wilden Indie-Rock mit viel Energie und unterschiedlichsten Instrumenten. Gitarre, Mandoline oder Orgel, alles findet seinen Platz. Klang und Wort unterstützen die Feierlichkeiten, oft ist der Inhalt der Songs auch nicht mehr als ein Grund zu trinken. Doch wenn man die Herkunft der Band kennt, verwundert dies nicht. Haben sich Daniel Johansson und Joakim Sveningsson doch zur Gründung ihrer Band hinreissen lassen, als sie beide von ihren Freundinnen verlassen wurden. Und wie kann man sich da besser selbst therapieren, als mit krachender Musik?

Obwohl das Konzert zu Beginn etwas verhalten war und die Musiker praktisch nie direkt mit den Leuten kommunizierten, wendete sich spätestens mit der Hitdichte alles zum Besten. Es gab eine Polonaise durch den Saal und Mo kehrte für „Painted Myself in Gold“ auf die Bühne zurück. Und wer dachte, jetzt ist der Höhepunkt da, der wurde mit dem überschwänglichen „Arpeggio“ eines Besseren belehrt. Denn was könnte neu gefundene Freunde besser verbinden als diese Zeilen? „Let’s do something out of the ordinary / let’s do it good and do it now / doors are open for us to storm them all / without a care of what’s inside / I’m gonna meet you out tonight“. Yeah!

Mo Kenney_Basel_MBohli

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