Ryan Adams – 1989 (2015)

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Ryan Adams – 1989
Label: Pax Americana Record Company, 2015
Format: CD
Links: Discogs, Künstler
Genre: Alternative Rock, Country

Ryan Adams, bekannter Singer-Songwriter aus den USA, macht seine Ankündigung wahr – er covert das komplette Album „1989“ von Megastar Taylor Swift. Das gesamte Album. Von Frau Swift. Diese Meldung machte mich zuerst etwas stutzig, allerdings mag ich die neuen Veröffentlichungen von Taylor nicht wirklich, somit geriet dieser Umstand schnell wieder in Vergessenheit. Bis an einem Nachmittag in London, als ich gerade durch die Regale des HMV stöberte. Über die Anlage im Geschäft lief „1989“, besser gesagt in dem Moment „Style“, in der Adams-Version. Ich war hin und weg und musste die Scheibe direkt kaufen.

Wie es sich für ein Coveralbum gehört, hat Ryan Adams die Lieder auseinander genommen, alle Elemente einzeln auf den Tisch gelegt und nach seinem Gutdünken neu zusammengesetzt. In diesem Schritt hat der Musiker nicht nur die fette Schicht der Überproduktion entfernt, sondern die Songs neu im Bereich des alternativen Rock und Country angesiedelt. Dem Werk haftet der Charme einer Strandhütte aus Holz, eines Westernsaloons oder eines Lagerfeuers an. Vergessen sind die Tage des Synth-Pop, der Tanzhits und der Keyboards. Aus Künstlichkeit wurden Hand- und Knochenarbeit, dreckige Hände und raue Stimmen. Adams enthüllt somit nicht nur die wahre Pracht der Stücke, sondern zeigt, was für eine tolle Songschreiberin Frau Swift wirklich ist. Denn „1989“ besteht aus vielen gefühlvollen Momenten, bezaubert mit eingängigen Melodien und Refrains und zwingt dich schon fast auf die Tanzfläche im Sand. Lieder wie „Style“, „Blank Space“ oder „Out Of The Woods“ kanalisieren den Übermut von jungen Erwachsenen, zeigen Bedenken an die eigene Zukunft auf und mischen alles mit grossem Freiheitsverlangen. Man will aus den Konventionen ausbrechen, das Leben spüren, aber trotzdem sicher sein. Dank der Mischung aus Rock, Indie, Pop und Country pendelt das Album wundervoll zwischen bedächtigen Balladen und verrauschten Rocksongs. Adams hat der Scheibe seinen Stempel aufgedrückt und die Musik unwiderstehlich gemacht.

Niemals hätte ich gedacht, dass mich ein Album von Taylor Swift süchtig machen kann. Doch mit dieser ehrlichen und menschlichen Version von „1989“ ziehe ich meinen Hut vor der Frau, und noch mehr vor Ryan Adams. Dem Künstler gelingt es, die Attraktivität und Perspektiven einer Frau auf den Mann zu übertragen, es mit weniger Mitteln grösser zu gestalten und ein junges Talent zu feiern. Was bei Miley Cyrus und Lady Gaga schon passiert ist, geschieht nun auch bei Swift. Es ist wirklich wahrlich grossartige Musik!

Anspieltipps:
Blank Space, Style, Bad Blood

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