a-ha – Cast In Steel (2015)

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a-ha – Cast In Steel
Label: Polydor / Universal, 2015
Format: Doppel-CD in Digipak
Links: Discogs, Band
Genre: Pop

Eigentlich weiss man es als Musikhörer ja besser, als die Aussagen der Bands für bare Münze zu nehmen. Somit verwundert es nicht, dass a-ha trotz ihrer Ruhestandsankündigung nach „Foot Of The Mountain“ nun mit ihrem zehnten Studioalbum um die Ecke kommen und noch einmal das Popradio erobern wollen. Einen wirklichen Gefallen machen sie der Welt dabei nicht, aber weh tun solche Lieder nie. Die Verlustwirkung hält sich somit in Grenzen, diese neuste Platte kann allen egal sein. Ein trauriges Schlussbild einer talentierten Gruppe.

„Cast In Steel“ beginnt eigentlich ganz OK, mit dem Titelsong und „Under The Makeup“ erhält man zwei hübsche Lieder, die Hoffnungen wachsen lassen und einem das Gefühl geben, a-ha seien tatsächlich aus kreativen Gründen zu einer weiteren Albumproduktion zusammengekommen. Diese Gedanken werden mit jedem Lied kleiner, und bei zwölf Stücken plus sechs Bonussongs bleibt am Ende nicht mehr viel Wohlgefallen übrig. Eher nervt man sich ab der Hälfte der Platte über Eigenschaften von a-ha, die man eigentlich immer mochte. Sänger Morten Harket variiert seine Stimme zu selten um den Gesang interessant zu machen, die Texte triefen nur so vor billigen Klischeesätzen und altbekannten Redewendungen. Sicherlich, bei diesem Musikstil wird vor allem auf die unscheinbare Unterhaltung und den einfachen Konsum abgezielt, eine tiefere Beschäftigung mit den Liedern sollte aber auch funktionieren. Hier schüttelt man oft nur den Kopf und hört bewusst weg. Dies wird durch die lahmen Songideen ebenso gefördert, die viele Lieder nicht einmal über drei Minuten zu tragen wissen. Sicherlich, die Produktion ist topp und zeitgemäss, die Instrumentierung mit vielen Keyboards und Effekten ausgestattet. Aber leider wagen es die Musiker aus Norwegen zu keinem Zeitpunkt, ihre Formel zu durchbrechen. Wo ist das progressive Element des Pop, wo sind die neuen Einfälle? Aus der anfangs noch angenehmen Zurückhaltung wird ein unwichtiges Geblubber.

Ungern schreibe ich Zeilen wie diese, aber mit „Cast In Steel“ haben sich a-ha keinen Gefallen getan. Ihre zweijährige Rückkehr geschah laut Eigenaussagen wegen neuem, würdigem Material. Während der Albumproduktion gingen dieses wohl verloren oder vergessen, denn das neuste Album ist einfach nur misslungen. Schade, dass sich eine Legende der 80er einen solchen Schlusspunkt in die Diskografie setzt. Leute, die gerne guten Radiopop hören, greifen besser überall sonst zu, hier nervt man sich nur.

Anspieltipps
Cast in Steel, Under The Makeup, Goodbye Thompson

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