Sissy Fox – Skip The Universe (2015)

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Sissy Fox – Skip The Universe
Label: Irascible Music, 2015
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Experimental-Pop, Soul

Die Welt der Musik stell ich mir gerne wie eine grosse Familie vor. Neue Stilrichtungen sind Kinder älterer Genres, Musiker sind verwandt durch ihre gemeinsamen Platten und Konzerte. Dank dieser Betrachtungsweise ergeben sich immer wieder wunderbare Assoziationen, auch Sissy Fox bleibt davon nicht verschont. Joana Aderi versteckt sich hinter dem tierischen Namen und klingt für mich wie die Grossenkelin von Yello, nachdem sie einen wilden Nachmittag mit Lily Allen in der Grossstadt verbracht hat. Die Mädels haben in diesen Stunden nicht nur die Gehwege mit Kreide bemalt, sondern im Instrumentenladen wild auf den Synths herumgedrückt.

„Blue Soul“ eröffnet das Album zwar unter anderen Vorzeichen: Bläser und gemächlicher Rhythmus des Stückes erinnern eher an Jazzpop, um dann langsam von Keyboards unterwandert zu werden. Grenzen werden schnell durchbrochen und der Knigge in viele Stücke zerrissen, Sissy Fox drehen auf und laden zu einer bunten Party ein. „Skip The Universe“ ist die erste Fete der frischen Schweizer Band, Einladungen wurden in alle Richtungen versandt. Somit begegnet man auf der Tanzfläche nicht nur Elefanten und Krokodilen, sondern die Musik im Hintergrund wagt Experimente und abenteuerliche Stilmischungen. Mit „Crocodile“ übernimmt der Electro-Rap die Kontrolle und lässt sich von Punk kapern. Eine Veränderung, die nicht nur passt, sondern perfekt platziert ist. Egal wie oft die Scheibe Richtung und Stimmung wechselt, nie stossen die Bandmitglieder den Hörer vor den Kopf oder fallen waghalsig in den Abgrund. Dank der wunderbaren DIY-Attitüde sind die Lieder immer genügend verrauscht, ungehobelt und besitzen eine raue Oberfläche. Lack findet man keinen, dafür aber bunten Glitzer und farbige Perücken. Wer mit solch vielen Dingen zugleich hantiert, der macht natürlich auch Fehler. Doch Sissy Fox gelingt es in jedem Lied unbeschadet weiterzutanzen, ohne das man es ihnen übel nimmt. Tracks wie „Young When The Rain Falls“ ziehen sich zwar etwas hin, lassen dafür aber Luft holen für Momente wie den Balkaneinfluss beim Titellied.

Bringt man auf Partys gerne etwas mit, dann lohnt sich hier am ehesten eine Wundertüte oder Tischbombe. Nur so kann man der Vielfalt und der Fröhlichkeit von „Skip The Universe“ gerecht werden. Die zwei Frauen und zwei Männer hinter Sissy Fox haben ein wunderbar verspieltes Debüt erschaffen. Kleine Kinderkrankheiten liessen sich nicht vermeiden, aber die Platte ist ein Zeugnis von Ideenreichtum. Eine Gruppe, die nicht nur den Schweizer Musikmarkt aufmischen könnte und somit auch in Zukunft eine Betrachtung wert ist.

Anspieltipps:
Crocodile, Marathon, Don’t Think Of An Elephant

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