Mono & The Ocean – Transcendental (2015)

Mono & The Ocean - Transcendental

Mono & The Ocean – Transcendental
Label: Pelagic Records, 2015
Format: Download
Links: Mono, The Ocean
Genre: Post-Rock, Metal

Laute und wilde Musikstile waren schon immer bekannt dafür, ähnliche und befreundete Bands auf einer Veröffentlichung zusammenzuführen. Dies brachte oft überraschende Ergebnisse und unerwartete Kollaborationen hervor, neuste Paarung: Mono aus Japan stellen sich The Ocean aus Deutschland gegenüber. Zwischen den Herkünften der Gruppen liegen nicht nur tausende von Kilometern, sondern auch einige markante Stilunterschiede. Trotzdem, „Transcendental“ ist ein logisches Ergebnis voller Schönheit.

Den Beginn manchen Mono, und stellen mit „Death In Reverse“ einen klassischen Post-Rock Track ins Rampenlicht. Während knapp elf Minuten darf man Steilwände erklimmen, die aus Gitarrenschichten gewachsen sind und sich nun wie ein Bergmassiv vor die Sonne stellen. Der davon geworfene Schatten ist dunkel und lang, doch lange kein Grund aufzugeben. Denn oben am Gipfel, da scheint die goldene Sonne und wärmt das Gestein auf. Je weiter man nach oben gelangt, desto lauter wird das Rauschen. Die Musiker steigern sich immer mehr und bringen den Song an den unvermeidlichen Punkt des Zusammenbrechens. Genretypisch wird es nun abrupt leise und bedächtig, das Klavier schiebt die Trümmer zusammen. Anstatt mit einer erneuten Repetition der Mono-Formel zu langweilen, ist dem Japanischen Kollektiv hier ein gefühlvoller Moment Instrumentalmusik gelungen. Die Melodien und Klangteppiche sind wild und abwechslungsreich, man schreckt auch vor Lärm in der schier unendlichen Wiederholung nicht zurück. Appetit auf das 2016 zu erscheinende, neunte Album macht dies auf jeden Fall.

The Ocean sind nicht ganz so berechenbar, aber Kenner der Band wissen dies bereits. Seit Jahren prügeln sie die Hörer mit ihrer ungezähmten Mischung aus Post-Metal, Hardcore und Prog nieder, nie ohne den scharfen Blick für Inhalt und Konzept zu verlieren. „The Quiet Observer“ lehnt sich an den tollen Skandalfilm „Enter The Void“ von Gaspar Noe an, versucht also die Geschichte eines toten Menschen als Beobachter seiner Hinterlassenschaft zu erzählen. Aber keine Angst, das Lied funktioniert auch ohne Kenntnisse über den Film oder das tibetanische Buch der Toten wunderbar. Gemächlich startet das Lied mit einzelnen Gitarren, im Hintergrund erklingt ein Chor und Geschrei. Dann plötzlich der Ausbruch, es wird zu einem wütenden Biest und betört aber mit unglaublich schöner Gesangsmelodie. Selten findet man solch klare und definierte Momente in diesem Genre. Der Flirt mit Zugänglichkeit wird auf geniale Weise eingebunden, ohne jemanden vor den Kopf zu stossen. Nach 13 Minuten ist der Spass dann bitterböse zu Ende, sofort drückt man wieder auf Play und geniesst das Werk noch einmal, und noch einmal. Faszinierend und mitreissend, die sieben Herren haben alles richtig gemacht. Eine wunderbare Gemeinschaftsplatte also.

Anspieltipps:
Death In Reverse (Mono), The Quiet Observer (The Ocean)

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