Live: U2, Lanxess Arena Köln, 15-10-17 / 18

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U2
Samstag 17.10.2015 (Setlist)
Sonntag 18.10.2015 (Setlist)
Lanxess Arena, Köln

Ok, das kam total unvorbereitet. Nachdem ich U2 auf ihrer „innocence + experience“ Tour bereits drei Mal live gesehen habe, und dabei schon einige unbeschreibliche Momente, wunderbare Begegnungen und musikalische Offenbarungen erlebte, topten die zwei Auftritte in Köln nun alles. Umso erstaunlicher, da ich eher ein Standardprogramm erwartet hatte. Doch in solchen Situationen liege ich sehr gerne falsch. Warum aber war das Wochenende ein solch berührendes Erlebnis?

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U2 sind eine Band, die Menschen verbinden. Egal wie man aussieht, woran man glaubt, woher man kommt und wohin man geht – wir sind alle gleich und gehören gemeinsam mit gleichen Rechten auf diesen Planeten. So hab ich Leute wieder getroffen, die ich bereits in Turin kennen lernte und machte viele neue Bekanntschaften. Ein reger Austausch entsteht, eine Gemeinschaft in der niemand ausgeschlossen wird. Während der Konzerte umarmt man fremde Leute, singt zusammen alle Lieder mit, lacht sich an und winkt allen auf den Rängen zu. Die Botschaften der Songtexte werden somit körperlich fassbar und verleihen einem ein übermenschliches Gefühl. Dies genau zu beschreiben ist nur schwer machbar und trifft die Bedeutung eines solchen Abend niemals.

Die aktuellen Konzerte verstärken solche Situationen dank ihrem genialen Aufbau. Begrüsst die Band ihr Publikum zu Beginn immer unglaublich druckvoll mit „The Miracle (Of Joey Ramone)“, kommt man dank „The Electric Co“, „Vertigo“ und dem wunderbar grossartigen „I Will Follow“ für keine Sekunde zur Ruhe. Das heizt die Menge nicht nur an, sondern bietet eine grossartige Basis um die Geschichte der Show vorzubereiten. Jugendjahre, Herkunft, Bedeutung, Gesinnung. All diese Punkte werden mit „Iris“ und „Cedarwood Road“ bildlich dargestellt und berühren tief. Erstaunlich wie stärker die Lieder live wirken als ab der Platte. Hier zeigt sich der Mehrwert von Konzerten gegenüber den Konserven klar, ich lernte Lieder wie „Song For Someone“ oder „Raised By Wolves“ innig lieben. Und wenn die Band nach der Pause mit dem grossartigen Remix von „The Fly“ dann in ein unfassbares Best-Of Set stürzt, werden die Lieder mit aktuellen Themen und Botschaften versehen.

Spannend wird es immer dann, wenn es die Iren wagen Lieder wegzulassen und zu ersetzen. Am Samstagabend in Köln wurde seit 14 Jahren zu ersten Mal in Deutschland „Sweetest Thing“ gespielt. Für mich war es sogar das erste Mal, dass ich diese Liebeserklärung von Bono an seine Frau in echt hören durfte. Das liess mein Herz hüpfen. Noch toller wurde es am Sonntag, denn hier stürmte „Party Girl“ die Bühne und verleitete die Bandmitglieder zu Champagner. Auch eine gelungene Überleitung zum „Happy Birthday“ für Bill Gates, auch wenn dies erst bei den Zugaben erklang. Und sowieso, was am als Konzertabschluss (und somit Endpunkt der sechs Konzerte in Deutschland) erleben durfte sprengte jeden Rahmen: „Bad“ in voller Länge und mit fliessendem Übergang zu „40“. Ja, es wurde komplett gespielt. Oh! Mein! Gott!

Und was sich danach in den Gängen der Arena noch abspielte, das übertraf alles, was ich bisher an einem U2-Konzert erlebt habe. Unglaublich was für eine Verbundenheit, was für ein Gefühl. „We Are One But We’re Not The Same“, aber trotzdem eine Familie und eine Erde. Also, hilft einander und seid keine Idioten. Für einen Einblick hier klicken: How long… – Fangesänge in der Lanxess Arena (U2, 18.10.15) Na, wer findet mich?

Als Coda erwartet mich nun noch das Konzert in London, wobei sich die zwei Nächte in Köln eigentlich wie einen Abschluss dieser Zeit mit U2 anfühlten. Meine sehnlichsten Wünsche wurden erfüllt, meine Träume eingelöst. Noch jetzt kommen mir Tränen wenn ich an diese Auftritte denke und das Gefühl ist intensiv wie selten etwas. Egal was Leute denken oder sagen – ich liebe diese Band, jeder Rappen hat sich gelohnt und keine Minute dieser Kurztrips war unnötig. 2016 und Leg 3 kann kommen.

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6 Kommentare

    1. Leider nicht. Die Band versteckt viele ihrer Perlen tief im Dunkeln, wieso auch immer.
      Für mich folgt jetzt nur noch ein Konzert in London, dann heisst es Abschied nehmen. Jedenfalls bis 2016: Gerüchteweise wird dann die Tour in Europa fortgesetzt! 😀

      Die Stimmung nach dem Konzert war in der Arena echt grossartig. Sowas hab ich auch noch selten erlebt.

  1. schöner Bericht, trotzdem habe ich bei der Person Bono immer etwas gemischte Gefühle. Aber hey, ich liebe Achtung Baby.

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