Spock’s Beard – The Oblivion Particle (2015)

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Spock’s Beard – The Oblivion Particle
Label: InsideOut Music, 2015
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Rock

Zwölf Alben lang behaupten sich Spock’s Beard nun schon im neu auferstandenen Gebiet des Prog. Wer hätte dies gedacht, als die Gruppe 1995 mit ihrem Debüt „The Light“ die Szene wachrüttelte und den symphonischen Progressive Rock reanimierte. Damals noch unter der führenden Feder von Neal Morse, erspielte sich die Band auf der gesamten Welt eine grosse Fangemeinde und begeisterte auch die Presse. 20 Jahre später hat sich nicht nur die Szene, sondern auch die Band sehr gewandelt. Diverse Besetzungswechsel und Anpassungen am Musikstil führten zu einer neuen Wahrnehmung, „The Oblivion Particle“ ist das neuste Zeugnis dieses Umstandes.

Dass sich die Gruppe damals in ihrem zuckersüssen Sound verlor, war besonders nach dem Ausstieg des Gründers ersichtlich. Mit Nick D’Virgilio als neuen Frontmann wurde die Musik geerdet, driftete aber auch etwas in die Belanglosigkeit ab. Mit der Veröffentlichung des zehnten Albums kehrte der starke Prog-Geist aber wieder zurück und weiss sich seit D’Vigilios Ausstieg noch stärker zu positionieren. „The Oblivion Particle“ flirtet sogar mit dem Retro-Prog und zeigt zu Beginn extreme Ähnlichkeiten mit der Musik von Genesis. Die Instrumentierung wurde entschlackt, der Klang gesund geschrumpft. Natürlich sind gern gehörte Elemente wie das Satzspiel, der mehrstimmige Gesang und die ausufernden Keyboards immer noch vorhanden, aber Spock’s Beard haben sich gefangen und spielen nun fokussierter. Das tut den Liedern sehr gut, fühlt sich doch alles erwachsener und stimmungsvoller an. Ted Leonard als – mehr oder weniger – neuer Sänger macht seinen Job prächtig, lässt aber manchmal etwas Abwechslung in seiner Stimme vermissen – hohe Tonlagen sind nicht so sein Ding. Die Urmitglieder stellen dafür ein weiteres Mal unter Beweis, was für tolle Musiker sie sind. Mit „A Better Way To Fly“ und „To Be Free Again“ verfügt die Scheibe über zwei starke Longtracks, aber auch kurze Songs wie „Minion“ gefallen sehr. Etwas stutzig macht allerdings, dass die meisten Lieder nur mit Hilfe von John Boegehold das Licht der Welt erblickten. Die Bärte scheinen Schreibunterstützung nötig zu haben, aber dies ist keine Schande bei einem solchen Resultat.

Mit „The Oblivion Particle“ umarmen Spock’s Beard nicht nur ihre Vergangenheit, sondern schreiten stolz auf die Zukunft zu. Das Album verbindet den klassischen Prog mit ihren eigenen Markenzeichen und spielt frech mit dem Pop. Für die Amerikaner ist dies ein weiterer Schritt zur alten Grösse, auch wenn es für gewisse Fans der ersten Stunde etwas zu sehr nach einer neuen Band klingt. Aber für all diese Leute gibt es ja noch Neal Morse, der seit Jahrzehnten dieselbe Platte aufnimmt.

Anspieltipps:
Minion, A Better Way To Fly, To Be Free Again

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