Media Monday #223

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Eine neue Woche, ein neuer Lückentext des Medienjournals.

1. Wenn ich eins absolut nicht leiden kann, dann sind dies intolerante, verallgemeinernde und ausgrenzende Menschen. Meist geht dies mit Dummheit und Unwissenheit einher. Aber gerade dieser Umstand ist in der heutigen Welt extrem gefährlich und der Auslöser für fast alle Konflikte. Wütend und ungehalten werde ich selten, aber diffamierende Aussagen können mich in Sekunden zur Weissglut treiben und zugleich verletzen und traurig stimmen. Besonders wenn dahinter eine Doppelmoral steckt, die eigene Taten rechtfertigen will.
Und in diesem Zusammenhang kann ich die Wahlplakate unserer Politiker nicht mehr sehen. Hoffentlich ist bald Sonntag der 18. Oktober und die neuen National- und Ständeräte sind gewählt. Fertig mit Flyer, Prospekten und Lidfassaden voller Lügen und schrecklichen Parolen.

2. Clint Eastwood hat mit „Mystic River“ einen meiner absoluten Lieblingsfilme geschaffen, denn selten konnte mich ein Krimi-Drama (Thriller?) so berühren. Nicht nur ist die Geschichte extrem spannend und verwoben, sondern die Leistungen der Schauspieler grossartig. Von der ersten bis zur letzten Minute ist der Film packend, ehrlich und berührend. Obwohl er mich jedes Mal wieder traurig und niedergeschlagen zurücklässt, zeigt für mich der Streifen das ungeschminkte Leben. Und Kevin Bacon ist für mich sowieso immer ein Pluspunkt, ebenso, dass der Film auf einem Roman von Dennis Lehane basiert.

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3. Noch klischeehafter geht es wohl kaum, als wenn sich ein Paar in Liebesschnulzen neu kennen und lieben lernt. Genau darum meide ich dieses Genre und lasse mich immer wieder positiv von Filmen wie „her“ überraschen. Dasselbe gilt auch für Bücher. Hier weiss ich es zu meiden, alles aus diesem Gebiet zu lesen. Schliesslich fand ich zuletzt bereits „The Museum Of Extraordinary Things“ von Alice Hoffman zu schnulzig und romantisch verkappt.

4. Wenn nur jemand Netflix erwähnt, gerate ich schon ins Schwärmen, schließlich werden Wochen für Woche neue Serien und Filme aufgeschaltet, die mich fesseln und begeistern. Neuster Streich: „Scream“ Season 1. Der Slasher wird neu als TV-Serie weitergedacht und überzeugt von Beginn an mit Aktualität, Metaebenen und einem tollen Cast. Klar, es ist reine Unterhaltung in Hochglanzoptik, aber gut gemacht und voller schöner Menschen. Nur verfluche ich die Macher jetzt schon, dass sie meine liebste Figur bereits in der dritten Folge über die Klippe springen liessen.

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5. Klassische Fantasy ist ja eins dieser Themen, dem ich in egal auch welcher Form noch nie etwas abgewinnen konnte, denn diese immer gleichen Geschichten um Ritter, Elben und Zwerge faszinieren oder berühren mich nie. „The Lord Of The Rings“ war eine seltene Ausnahme, doch bereits „The Hobbit“ fand ich doof und langweilig, wobei hier vor allem Herr Jackson zu danken ist. Sobald das Genre die üblichen Pfade verlässt, siehe „Game Of Thrones“, dann kann ich eher etwas damit anfangen. Wobei auch hier zu sagen ist, dass ich die Serie sofort nicht mehr schauen würde, wäre Khaleesi nicht mehr dabei.

Alles andere mit Fabelwesen, Ritter und Burgherren, Verliesen und Drachen auf Goldbergen – nein Danke!

6. Der letzte so wirklich innovative Film mit frischen, neuen, unverbrauchten Ideen war für mich „Whiplash“, denn selten gab es eine Geschichte aus dem Umfeld des Musikstudiums, die so fesselnd und wuchtig daherkam. Schauspielerisch, inszenatorisch und musikalisch auf höchstem Niveau. Grossartig war auch „Nightcrawler“, der die aktuellen Umstände des TV-Journalismus ohne Hemmungen und Filter präsentierte – beklemmend und perfekt gespielt von Jake Gyllenhaal.

7. Zuletzt habe ich „The Lion King“ als Musical gesehen und das war fantastisch, weil bei dieser Inszenierung einfach alles stimmt. Nebst dem Umstand, dass diese Geschichte meine liebste von Disney ist und ich den Film immer wieder anschauen kann, überzeugt das Bühnenstück mit grossartigen Bühnenbildern, traumhaften Kostümen, extrem talentierten Schauspieler / Tänzer und tollem Gesang. Die Lieder haben weiterhin nichts von ihrer Magie verloren und ich hatte auch im Musical-Theater Gänsehaut. Kein Wunder läuft diese Adaption seit Jahren auf der ganzen Welt und begeistert Millionen. Ein Besuch lohnt sich echt, es ist grossartig!

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6 Kommentare

  1. Scheint so als müsste ich „Mystic River“ nun wirklich einmal schauen. Klingt extrem gut!

    „Der König der Löwen“ als Musical ist wahrlich fantastisch! Habe es vor ca. 10-12 Jahren gesehen und fand es herrlich, zumindest wenn man wie ich auf Disney und Musicals steht… 😉

    1. „Mystic River“ kann ich nur empfehlen, aber vorsicht: Der ist schon sehr hart.

      Ich bin eigentlich kein grosser Disney und Musical Fan, doch das war echt ein wunderbarer Abend.

  2. Zu 1. Einfach anzünden! Also die Plakate, meine ich.
    Zu 3. Dieses verdammte Netflix. Ich sehe, das wird in einer Selbsthilfegruppe enden. „Hallo, mein Name ist Franzi und ich bin süchtig.“
    Zu 5. Ich finde Fantasy auch meist ermüdend, aber bei mir gab es in der Kindheit auch nichts, was an die heilige Filmtrilogie herankam. (Nein, ich meine nicht Star Wars^^)
    Zu 6. „Whiplash“ war für mich auch Adrenalin pur. Und in „Nightcrawler“ sieht Jake Gyllenhaal verdammt gut aus.^^
    Zu 7. Ich bin neidisch. Sehr, sehr cool!

    1. 1: Ja eigentlich wahr. Lieber ein heisses Feuer als die Abbildungen der kalten Seelen.
      3: Ich melde mich auch besser jetzt schon an, die Sucht wird immer grösser. Auch in meinem Umfeld. Ein Virus! Unser Untergang! Zu Hülf!
      6: Er sieht verdammt gut aus, aber auch verdammt beängstigend. Und so dünn..

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