Lou Barlow – Brace The Wave (2015)

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Lou Barlow – Brace The Wave
Label: Joyful Noise Recordings, 2015
Format: Download
Links: Discogs, Künstler
Genre: Singer-Songwriter, Rock

Ja, es ist Lou Barlow, der hier unter viel Haar versteckt vom Cover schaut. Zum ersten Mal in seiner Solokarriere zeigt sich der Musiker persönlich auf dem Cover, mit einer sehr stilvollen Polaroid-Fotografie. Da können wir von Glück sprechen, dass sich die Musik doch gefälliger zeigt. Barlow kennen die meisten wohl als Mitglied von Dinosaur Jr. oder Sebadoh, aber auch alleine lädt er uns zum Lauschen ein. „Brace The Wave“, das erste Solowerk seit 2009, verlangt dabei nur eines vom Hörer: Ruhig dasitzen und geniessen.

Ohne viel Schnickschnack spielt der Musiker auf neun Liedern herzvolle Melodien auf der Gitarre und singt entspannt seine Texte dazu. Mit wenigen Worten ergreift er dabei die Aufmerksamkeit des Zuhörers und lädt ihn auf eine Reise in die private Welt von Barlow ein. Die Lieder handeln von intimen Gedanken und schlagen nachdenkliche Töne an, der Musiker öffnet sein Herz und seine Seele. Ob man die Beichte annehmen will und sich Gedanken zu den Aussagen macht, ist jedem selber überlassen. Barlow verurteilt nicht, er stellt die Grundlagen zur Verfügung. Seine Begleitung mit dem Banjo oder der Gitarre wird nie aggressiv, sondern zimmert die Melodien und Strophen übergreifenden Bogen mit edelsten Materialien. Dem Album haftet dabei ein Lo-Fi-Charme an, so reduziert kennt man diesen Künstler sonst nicht. In seinen Bands lärmen die verzerrten Gitarren, hier werden die Saiten sanft gezupft. Bei Liedern wie „Boundaries“ lässt der Musiker das Grundgerüst mit einem Synth ergänzen und verstärkt die Aussage ohne extreme Mittel. Da reicht es auch aus, seinen Gesang zu doppeln und einen Chor zu simulieren.

Intensität ist keine Frage der Lautstärke oder Masse, Lou Barlow zeigt mit „Brace The Wave“ allen Schreihälsen und Störenfrieden, wie Stil als Singer-Songwriter aufrecht erhalten wird. Er beweist sich mit diesem Album in einem Gebiet, das hart umkämpft ist und von vielen mittelmässigen Künstlern oft in Verruf gebracht wird. Dass es auch anders geht, wird hier in neun Songs meisterhaft präsentiert. Alle Freunde der gemütlichen Stunden auf dem Sofa, mit einer Tasse Tee und der Gitarre im Ohr, schlagen hier zu. Aber sanft.

Anspieltipps:
Redeem, Nerve, Wave

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