Roger Waters The Wall (Film, 2015)

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Roger Waters The Wall
Film, 2015
Regie: Roger Waters, Sean Evans

Manche Werke in der Musikgeschichte sind zeitlos und werden für jede Generation neu erfunden. Die erzählte Geschichte verliert keine Aktualität und bleibt auch in der Zukunft wertvoll. „The Wall„, das opulente Doppelalbum von Pink Floyd fällt in diese Kategorie. Nach der ursprünglichen Veröffentlichung als Vinyl, erschien das Konzeptwerk neu interpretiert in den Kinos. Bob Geldof verkörperte Pink in seiner unnachahmlichen Weise und die Regie von Alan Parker formte ein, in seiner Aussage immer wechselndes Stück, Musik und Bild. 2010 brachte das Genie Roger Waters die Show wieder auf die Bühne und füllte die Stadien der ganzen Welt. Fünf Jahre später gibt es nun den Film zu diesen Konzerten, natürlich nicht ohne die Geschichte noch einmal in der Perspektive zu verändern.

Gefilmt wurden die Livesequenzen an mehreren Orten, und zeigen die gesamte Opulenz und den Grössenwahn in seiner voller Ausprägung. Eine unglaublich grosse Mauer wurde teilerbaut, welche als Projektionsfläche für die Videos und Botschaften dient, eine grossartige Band zusammengestellt und die Welt im Sturm erobert. Obschon die eigentliche Geschichte hinter „The Wall“ eine sehr persönliche ist, und gleichzeitig auch den Kampf gegen die eigenen Dämonen darstellt, funktioniert es auch als Gefäss für jeden Zuschauer und dessen Gedanken. Man fühlt sich angesprochen und verstanden, kann seine Wut gegen die Intoleranz und Ungerechtigkeit ablassen und merkt, es gibt Menschen die denken gleich und verstehen mich. „The Wall“ ist eine künstlerische Erschaffung, die bis heute relevant und wichtig ist. Sicherlich wird einigen die Gigantomanie von Waters aktueller Inszenierung sauer aufstossen, doch das wahre Genie steckt hinter dem Blendwerk. Egal wie viele monströse Puppen über die Bühne stapfen, welche Schweinsballone durch das Stadion schwirren und Feuerwerkskörper gezündet werden, in der Tiefe treffen Musik und Texte das Herz. Und dank der veränderten Präsentation bleibt die Botschaft aktuell und wichtig.

Sogar im eher sterilen Kinosaal konnte mich die Geschichte wieder total berühren. Gänsehaut, Tränen und Lacher: Man fühlt, leidet und denkt mit. Obwohl ich zu Beginn Bedenken hatte, stellte sich die Darstellung auf einer Leinwand als passend heraus und war zwar entfernt von den Live-Shows, und trotzdem dasselbe. Auch die Integration von Waters persönlichem Abschied und Reise zu dem Todesort seines Vaters und Grossvaters ergänzte den Film wunderbar. „The Wall“ wurde somit wieder persönlich und als neue Filmversion den perfekten Abschluss des Themas für seinen Erschaffer. Für alle welche Pink Floyd lieben, „The Wall“ live, als Kinofilm oder auf Platte vergöttern, für die ist diese gefilmte Liveperformance eine werksgetreue Fortsetzung der immer wandelnden Betrachtung eines unbeschreiblichen Stück Musik. Nach dem Film fühlte ich mich aufgewühlt aber gut, und würde mehr als gerne die Show noch einmal in echt erleben.

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