Hip Young Things – Deflowered (1992)

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Hip Young Things – Deflowered
Label: Glitterhouse Records, 1992
Format: CD
Links: Discogs, Wikipedia
Genre: Indie Rock, Alternative

Bielefeld-Geschenke Teil 2: Weiter geht es mit der fröhlichen Reihe um die Musik der Region Bielefeld, gesponsert vom Kapitän Platte Label. Tauchen wir dieses Mal etwas weiter ab in die Vergangenheit und beschäftigen uns mit dem Debütalbum von Hip Young Things, eine Alternative Rock Band, welche bis 1997 existierte. Mit ihrer Musik konnten sie einige Erfolge verbuchen und legten unter anderem die Grundsteine für die Nachfolgebands Locust Fudge und Slip.

Mit „Deflowered“ war diese Neuausrichtung aber noch weit weg und die Band versuchte sich zum ersten Mal im Albumformat am Indie Rock. Dass nicht alles perfekt klingt und auch die Produktion oft eher zweckdienlich ist, stört keine Sekunde. Der Klang passt sehr gut zu den frechen Songs und der ehemaligen Auflage, jedes Bandmitglied solle ein Instrument spielen, das es bisher nicht gelernt hatte. Dank dem sehr gelungenen Songwriting und einigen Jahren Probezeit kann dieser Aspekt aber bald vergessen werden, dilettantisch ist das Album nie. „B-Movie“ eröffnet die Platte nicht nur, es war auch ein Hit damals. Schon hier spürt man das Gewicht in den Riffs und die toll schleppenden Takte. Gerne wird das Tempo in den folgenden Songs erhöht, der Druck aber nie vernachlässigt. Schnell erschliesst man sich im Kopf Brücken zu Bands wie Soundgarden und andere, damals alltägliche Truppen. Auch wenn die Lieder nicht immer ganz ausgereift erscheinen und der Gesang mit stark Deutschem Akzent daher kommt, verstecken mussten sich „Hip Young Things“ damals bestimmt nicht. Gerade die Gitarrenarbeit und die Breaks sind oft von sehr hoher Qualität und man dreht die Lautstärke bis zur Schmerzensgrenze auf. Interessant ist dabei, dass die Musik auch dann wie ein Prototyp erscheint und die nachfolgenden Scheiben und Inkarnationen der Musik fassbar macht. Man war zwar am Anfang, wusste aber schon damals, wohin die Reise führen sollte. Das tut dem Klang und den Stücken gut, „Deflowered“ macht zum Anhören auch heute noch Spass, und bei den Solis spielt man grinsend Luftgitarre.

Das Debüt der Hip Young Things ist bestimmt vor allem eines: Ein Abbild seiner Zeit und ein Werk mit Makeln. Doch genau solche Ungereimtheiten gehören dazu, machen viel des Charme aus und stören nicht beim Genuss toller Lieder wie „Train Song I + II“. Wer sich also für alternative Deutsche Rockmusik der 90er interessiert, der ist bei „Deflowered“ gut aufgehoben.

Anspieltipps:
B-Movie, Train Song, Coloured Days

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