KEN – Stop! Look! Sing Songs Of Revolutions! (2005)

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KEN – Stop! Look! Sing Songs Of Revolutions!
Label: Strange Ways Records, 2005 / Vinylauflage 2015
Format: Vinyl im Gatefold, mit Download
Links: Discogs, Band
Genre: Alternative Rock

Runde Geburtstage sollen kräftig gefeiert werden, zeigen sie doch oft eine Leistung und einen Meilenstein auf. Und so jung kommen wir schliesslich nicht mehr zusammen. Das dachte sich auch die Deutsche Alternative Rock-Band KEN und spendierte sich selber und den Fans eine schicke Neuauflage von „Stop! Look! Sing Songs Of Revolutions!“. Limitiert, handnummeriert und auf knallgrünem Vinyl, schick ist das Geschenk geworden.

Aber eigentlich ist es Zufall, dass man diese Scheibe nun in den Händen halten kann. Denn KEN haben nicht viel Geld rausgehauen und das Album einfach so nachgepresst, nein, sie haben auch kein Crowdfunding-Projekt gestartet. Eine kurze Nachricht auf Facebook, fast 100 Zusagen von netten Menschen und die simple Entscheidung, es einfach zu tun. Und jetzt, wenige Wochen später, dreht sich die Platte auf dem Teller und erneut schallen die tollen Songs durch die Wohnung. Denn die zehn Jahre haben der Musik nicht geschadet. „Stop! Look! Sing…“ ist ein grossartiges Erzeugnis des alternativen Rock in Deutschland. KEN haben ihre eigene Formel, nämlich die bekannte Bandbesetzung mit elektronischem Einsprengsel zu ergänzen und viel mit der Produktion zu ergänzen, vollendet. Gleich beim ersten Lied „Black Phantom“ empfängt uns der Gesang von Aydo Abay auf dem einen Ohr, die effektreiche Gitarre auf dem anderen. Doch nach wenigen Takten tritt der Sänger ins Zentrum und die Musiker drehen auf. Aber auch hier: Verzerrung, Effekte und Spielereien. Ein Synth erklingt, Melodien werden geschickt ergänzt. Die Songs leben von der probierfreudigen Herangehensweise der Gruppe und oft wird somit ein eher normales Stück zu einem Thriller. Eingängigkeit und Klasse stecken in jedem Gewand, doch wussten die Mannen hier noch das gewisse Etwas hinzuzufügen. Somit bleibt die Platte auch bei einer Fülle von zwölf Liedern immer unterhaltsam und spannend. Gerne startet man alles noch mal von vorne und hört immer wieder gerne Abays nasale Stimme, die zackigen Riffs, umhertollenden Keyboards und das groovende Rhythmusgerüst. Wenn am Schluss dann „I Shall Be Moved“ zur Ambientstunde in „I Shall Be Removed“ verwandelt wird und sich die Band langsam vom Rampenlicht entfernt, dann ist man nicht nur beeindruckt, sondern fanatisch.

Eine wohlverdiente und wunderbar ausgeführte Neuauflage für eines der besten Alternative-Alben der Nullerjahre in Deutschland. Die Band ist leider immer noch viel zu unbekannt, aber hat überhaupt nichts von ihrer Relevanz verloren. Also, wer diese Kritik bis zum Ende gelesen hat, besucht nun sofort das Facebookprofil der Gruppe und bestellt eine solche Platte. Danach singen wir alle miteinander die Lieder der Revolutionen.

Anspieltipps:
Paniciss, Wake City, I Shall Be Moved

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