Engineers – In Praise Of More (2010)

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Engineers – In Praise Of More
Label: Kscope, 2010
Format: Doppel-CD
Links: Discogs, Facebook
Genre: Synth-Pop, Art-Pop

Shoegaze erkämpfte sich in den letzten Jahren langsam wieder seinen Weg zurück aus der Versenkung. Das verträumte Genre hat weiterhin viele Freunde und darf sich auch in aktueller Musik wie dem New-Art-Rock breit machen. Die Engineers aus England sind sehr talentiert, ihre Lieder werden von Melodie und Wohlklang getragen, ohne in den Kitsch abzudriften. Auch das dritte Werk  „In Praise Of More“ macht da keine Ausnahme.

Bereits mit „What It’s Worth“ wird klar gemacht, was den Hörer hier erwartet. Viele Synths und Keyboards legen die Böden aus, stellen die Möbel darauf und lassen Gitarren Platz nehmen. Der Gesang von Simon Phipps und Mark Peters schwebt dabei über diesen Konstruktionen und hört sich mehr geflüstert an als gesungen. Eine solche Darbietung stört auch im Schlafzimmer nicht, auch wenn es Sonntagmorgen ist. Mit der Zeit wagen sich dann auch Bass und Schlagzeug in diese Gebilde, verstärken die Gerüste und schenken der Musik die benötigte Fundation. Die Stücke, welche sich immer um die vier Minuten herum bewegen und somit knackig und interessant bleiben, brechen aber auch mit dieser Addition nicht aus und vertragen sogar geschrammte Gitarrenakkorde. Die Atmosphäre bleibt durchweg dumpf, aber im positiven Sinn. Das Album fühlt sich an wie eine Zugfahrt durch eine wunderbare Landschaft, die von der Morgensonne durchflutet wird. Man selber sitzt müde aber glücklich im Abteil, geniesst den Ausblick und den noch leicht nebligen Kopf von der letzten Partynacht. Man ist mit sich im Reinen und kann abschalten. Gerne taucht man in einem solchen Moment in umschliessende Klangwelten und geniesst die Wirkung von Schallwellen im Gehör. Diese Wirkung erzeugen Engineers meisterlich, schichten sie ihre Musik gerne stark auf, verlieren sich aber nicht in den Möglichkeiten. Alles hat seine Richtigkeit und ergänzt sich gegenseitig zu einem meisterlichen Stück Musik. Der Popanspruch ist immer gleich hinter der nächsten Ecke, glatt poliert wurden die Songs aber gottlob nicht. Es darf auch mal etwas kratzen oder stark rauschen, Imperfektion ist sexy.

Für alle die gerne Mal abschalten, ohne gross nachzudenken in ihren Traumbildern versinken und dazu Musik hören: „In Praise Of More“ ist euer Freund. Engineers haben ein durchweg schönes und wunderbares Album erschaffen, das sich immer wieder gut anhören lässt. Dank der beiliegenden zweiten CD kann man alle Lieder auch als Instrumentalversion geniessen und dabei erkennen, wie grossartig das Songwriting ist. Aber auch mit Gesang überzeugt die Band in jedem Moment.

Anspieltipps:
Subtober, Press Rewind, Twenty Paces,

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