Riverside – Memories In My Head (2011)

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Riverside – Memories In My Head
Label: GlassVille Records, 2011
Format: CD im Digipak
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Rock

Die Pause zwischen zwei Alben kann nicht nur für Fans von Bands unerträglich lang werden. Manchmal müssen auch die Musiker selber ihrer Kreativität freien Lauf lassen und Einfälle, die so nicht ins nächste Konzept passen, auf eine andere Weise veröffentlichen. Die EP ist das perfekte Gefäss, um Wartezeiten kürzer zu gestalten und Phasen abzuschliessen. 2011 haben Riverside dieses Medium genutzt, um ihrer ausufernden Progseite den Raum zu geben, der auf den Alben oft nicht vorhanden ist.

„Memories In My Head“ bietet Freunden der gepflegten Musik drei lange und durchdachte Kompositionen zwischen neun und elf Minuten. Die Gruppe zeigt sich dabei von ihrer besten Seite und lebt all ihre Markenzeichen aus. Die Lieder schweben meist zu Beginn auf ihren Teppichen aus Synth-Flächen und lang gezogenen Gitarrenklängen. Ohne Hast lassen die Musiker die Melodien kreisen und bauen die Stücke immer weiter aus. Schlagzeug und Bass gesellen sich dazu, der Gesang von Mariusz Duda vollendet den Aufbau. Der Start in die EP mit „Goodbye Sweet Innocence“ bleibt in allen Minuten ruhig und zärtlich, hier steht die Band mit allen Beinen im Art-Rock und vergnügt sich mit Flächen und deren Wirkungen. Seit jeher werden sie in solchen Momenten vom Geist alter Bands wie Pink Floyd begleitet und zeigen eine glückliche Hand bei der Produktion und Ausarbeitung ihrer Werke. Näher ans Feld des New-Prog geraten die Männer mit den zwei folgenden Liedern, darf es hier auch gerne mal Laut und hoch emotional werden. Besonders der Abschluss mit „Forgotten Land“ ist genial gelungen, steigern sich Riverside hier fast in einen Rauschzustand, der mit dem Gesang Dudas explodiert. Er singt hier nicht nur, er rastet aus und schreit uns die Zeilen voller Schmerz an den Kopf. Hier versteht man die Bedeutung des Liedes sofort, ohne auch nur ein Wort verstehen zu müssen. Allgemein gilt auf dieser EP das gleiche wie bei den normalen Alben der polnischen Band, Gefühle werden an die erste Stelle gesetzt. Es braucht keine technischen Beweise und virtuos gespielten Lieder, um ihre Musik gross werden zu lassen. Der gekonnte Umgang mit Klang und Wirkung ist um ein Vielfaches stärker als jede Notenschlacht.

Riverside sind Meister ihres Faches und beweisen dies auch auf der EP mit einer knappen halben Stunde Laufzeit. Dank dem Umstand, dass die Lieder keine Grenzen erhielten und zehn Minuten lang dauern dürfen, hat die Band Gelegenheit, in instrumental gespielten Teilen und Gesangspassagen den perfekten Mix zu finden. Somit ist die CD ein Muss für Liebhaber der Bands, und auch für Freunde des emotional gespielten New-Prog kein Fehlgriff. Selten klang die Band so sicher.

Anspieltipps:
Goodbye Sweet Innocence, Forgotten Land

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