David Bowie – The Next Day (2013)

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David Bowie – The Next Day
Label: Columbia, 2013
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit CD
Links: Discogs, Künstler
Genre: Rock, Pop

Das hat lange gedauert. Obwohl ich David Bowie seit vielen Jahren höre und geniesse und die Ankündigung des neuen Albums eine grosse Sensation war, vergingen ganze zwei Jahre, bis ich mir das Vinyl doch noch ins Regal stellte. Dass dazwischen unzählige positive Meinungen lagen, Hördurchgänge und der Besuch der David Bowie-Ausstellung, beschleunigten den Prozess nicht. Aber gut Ding will Weile haben – schliesslich liess sich der Engländer auch zehn Jahre Zeit, um neues Material zu veröffentlichen.

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass dieses Album überhaupt entstanden ist. Lange schien es schliesslich so, als ob man nie wieder neue Musik des Künstlers hören würde, schon gar keine Auftritte. Und jetzt klotzte der Herr Bowie, seines Zeichens Legende der Pop-Rock Musik und grossartiges, multimediales Talent. Denn mit „The Next Day“ bietet er uns 17 neue Lieder, ohne dabei gross ausser Puste zu geraten. Auf zwei Platten nimmt er uns mit auf eine Reise durch sein Schaffen, ohne dabei die Gegenwart aus den Augen zu verlieren. Jeder Song ist vom Knochenmark bis zur Hautschicht ganz klar David Bowie. Das fängt mit seinem Gesang an, geht über den Klang der Gitarren weiter und endet bei Gesamtstil und Stimmung. Moderne Produktion und viele verschiedene Instrumente lassen am Entstehungsjahr keine Zweifel aufkommen, das Songwriting bietet aber genügend Einblicke in vergangene Jahrzehnte und Abschnitte der Karriere Bowies. Ob die Drum’n’Bass Phase tangiert wird wie bei „If You Can See Me“, der klassische 70er Rock wie „Set The World On Fire“ oder er die grossartigen Balladen zitiert („I’d Rather Be High“) – nie wird die Musik zu einer Selbstkopie oder einem billigen Versuch der Wiederholung. Toll auch, dass Davids Stimme immer noch genau so Leistungsfähig ist wie vor 15 Jahren. Er bewältigt leise und laute Stellen genau so imposant wie spezielle Melodienläufe. Da fällt auch nicht weiter auf, dass 17 Lieder doch etwas zu viel des Guten sind. Obwohl man immer wieder neue Lieblingslieder entdeckt.

Freunde und Fans des grossen Musikers können mit diesem Album nichts falsch machen und haben es hoffentlich schon lange gekauft. Dass uns der Meister noch einmal beehrt ist wunderbar, besonders mit einem solch hoch stehenden Werk. Leider entspricht die Verpackung nicht dem Standard der Musik, in meinen Augen jedenfalls. Denn das Design spricht zwar viele Themen an, setzt sie aber etwas billig um. Stört aber nicht weiter, denn gerne reise ich mit David an der Hand durch die Musikgeschichte.

Anspieltipps:
The Stars (Are Out Tonight), Where Are We Now?, Dancing Out In Space, (You Will) Set The World On Fire

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