Tim Bowness – Stupid Things That Mean The World (2015)

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Tim Bowness – Stupid Things That Mean The World
Label: Inside Out, 2015
Format: Vinyl im Gatefold, mit Download und Karte
Links: Discogs, Künstler
Genre: Art-Rock

So schnell kanns gehen. Da hört man lange nichts viel Konkretes von Tim Bowness und dann nur knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung seines Soloalbums „Abandoned Dancehall Dreams“ folgt bereits der Nachfolger. Mir soll es recht sein, mag ich die Musik mit der markanten Stimme doch sehr und geniesse sie immer wieder gerne. Wieder auf Inside Out nun also die dummen Dinge, die für uns die Welt bedeuten. Und eigentlich beginnt das Album dann auch ziemlich so, wie man es kennt und erwartet.

„The Great Electric Teenage Dream“ fährt wie beim letzten Album zuerst mal das Schlagzeug auf und lässt den Bass grummeln. Passend zum Titel erhält der Song jedoch eine Atmosphäre von alten elektrischen Geräten, aufgeladen und unter Spannung. Der wirkliche Ausbruch folgt aber nicht, die Musik von Bowness besteht im Gegensatz zu seinen älteren Projekten wie No-Man nicht aus wilden Klangwänden, sondern eher introvertierten Liedern, die auch mal mit dem Indie-Rock kuscheln. „Stupid Things…“ führt das vorangegangene Album somit logisch weiter, weiss aber die Präsentation ein wenig zu verändern. Der Künstler erweitert sein Spektrum und entfernt sich nun etwas von dem verträumten Schwebezustand und gibt den Klängen eine geerdete Sichtweise. Das tut der Musik gut, ist sie nun prägnanter und auch gefälliger, ohne die Leichtigkeit zu verlieren. Die Instrumente klingen weiterhin gerne luftig und das Album lässt den Hörer sich entspannt auf dem Sofa hinlegen. Ob Ambient, Art-Rock, Jazz oder Indie, die Mischung macht’s und wirkt schlussendlich homogen. Textlich versucht sich Tim Bowness dazu an sozialer Kritik, und stolpert leider ein paar Mal über die plumpen Aussagen. Wie auch h von Marillion verliert sich Bowness etwas in den Gedankenstrukturen eines Teenagers, hat aber auch tolle Zeilen wie „Your great electric teenage dream / Once a record / Now an unpaid stream“ auf Lager. Wie wahr, und was für ein Problem in der aktuellen Musikwelt. Um trotzdem Eindruck zu hinterlassen unterstützen ihn auf diesem Album tatkräftig Freunde und Bekannte wie David Rhodes, Peter Hammill oder Pat Mastelotto. Ein Aufgebot, das sich sehen und hören lassen kann, veredeln die Herren doch die Musik.

Mit der neuen Scheibe hat Tim Bowness zum wiederholten Male ein wunderbar schönes und grossartig zu hörendes Werk erschaffen. Seine eigene Formel, Art-Rock mit anderen Stilen zu verbinden und mit seinem Gesang zu verzieren, geht hier super auf. Auch wenn die Musik eher in den Herbst passen würde, darf man sich freuen und genüsslich den Klängen lauschen. Danke Steven Wilson, dein goldenes Händchen hat auch hier wieder gewirkt – wenn auch nur als Berater.

Anspieltipps:
The Great Electric Teenage Dream, Sing To Me, Press Reset

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