Daniel Cavanagh – Memory and Meaning (2015)

daniel cavanagh memory

Daniel Cavanagh – Memory and Meaning
Label: Eigenveröffentlichung
Format: CD, Download
Links: Künstler, Wikipedia
Gerne: Akustik, Cover

Bekannte Musiker und grosse Künstler verneigen sich gerne vor ihren Vorbildern und zollen Tribut. Dies ist oft nicht nur eine gute Gelegenheit, ohne grossen Aufwand ein neues Album zu produzieren, sondern eine Möglichkeit, die eigenen Wurzeln an seine Fans weiterzugeben. Oft ist es doch genau so spannend herauszufinden, wo die Einflüsse liegen, wie die Musik seiner Lieblingsband selber anzuhören. Daniel Cavanagh, Gitarrist von Anathema, hat nun via Pledgemusic ein solches Tributalbum veröffentlicht.

Die Auswahl der Lieder erfolgte dabei anhand seiner sehr persönlichen Einflüsse und Emotionen, Songs die Cavanagh seit Jahren begleiten und wichtige Erinnerungen in sich tragen. Der Künstler erhofft sich damit eine intime und direkte Bindung an seine Fans, nach der alle voneinander mehr wissen und sich gewisse Eigenheiten erschliessen. Um diese introvertierte Stimmung zu erschaffen, begnügte sich der Musiker nicht mit dem blossen Nachspielen der Lieder. Reduziert und auf ihre wichtigsten Elemente beschränkt wurden die Coversongs in einem Take eingespielt. Keine Overdubs, keine Nachkorrekturen. Was man auf diesem Album hört, hat Daniel Cavanagh eigenhändig im Studio eingespielt – bewaffnet nur mit Gitarre und Loop-Geräten. Mit diesem Wissen ist das Erlebnis noch intensiver, werden doch die meisten Lieder von Beats und mehreren Melodien begleitet. Klar denkt man zuerst, hier seien mehrere Musiker zugange. Schön auch, dass die Musik so geerdet wird und sehr real rüber kommt. Jeder Atemzug, jeder Ton geschah im Moment und ist unverfälscht. Faszinierend wie dabei flinke Melodien erklingen und an Anathema erinnern („Big Love“ von Fleetwood Mac), oder Hitparadenknaller plötzlich zu melancholischen Kätzchen werden („Smile like you mean it“ von The Killers). Die Essenz der Stücke bleibt dabei unangetastet, Canavagh schmückt sie aber mit einem komplett neuen Klangkleid aus. In der Grundstimmung nachdenklich und sanft, aber doch hochemotional. Sehr schön ist auch die Auswahl selber: Pink Floyd tummeln sich neben Iron Maiden, Tim Buckely und Radiohead schütteln sich gegenseitig die Herzen aus. Auch meine Lieblinge U2 sind mit dem wunderbar gespielten „With Or Without You“ vertreten.

„Memory And Meaning“ ist das beste Beispiel für gelungene Tributalben, bei denen der Kern der Songs mit neuer Bedeutung versehen wird. Die Scheibe ist zu keinem Moment sinnlos oder überflüssig, sondern auch für Liebhaber der leisen Singer-Songwriter interessant. Vorwissen über Anathema benötigt man keins, der Genuss dieser Gitarrenleistungen ist immer gewährleistet.

Anspieltipps:
Big Love, With Or Without You, High Hopes

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