Lùisa – Never Own (2015)

Luisa-NeverOwn_MBohli

Lùisa – Never Own
Label: Nettwerk, 2015
Format: CD im Digipak
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Pop, Folk

Zwischen Livedarbietung und Studioaufnahme liegen meist Welten. So muss man als leidenschaftlicher Musikhörer oft feststellen, dass gewisse Effekte und Momente leider nicht von der Bühne auf die Platte transportiert werden können. Bei Luisa hatte ich diese Befürchtung, spielte sie live doch alleine auf und verzauberte mit ihren Fähigkeiten an den Loopgeräten, ihrer rauen Stimme und dem wundervollen Lachen. Glücklicherweise haben sich meine Bedenken sehr schnell in Luft aufgelöst, denn auch auf ihrem ersten Album auf dem Nettwerk-Label umgarnt uns die Musikerin aus Hamburg mit all ihrem Talent.

„Under The Wild Skies“ lässt eine schüchterne erste Begegnung zu, die Künstlerin singt das Lied mit sanfter Begleitung und ohne grosses Tamtam, aber auch mit schöner Steigerung gegen den Schluss. Wer nun aber befürchtet, eine gehauchte und fast nicht hörbare Platte gekauft zu haben, der sei beruhigt: Schon mit dem zweiten Song gesellt sich zur Gitarre und den feinen Synthspuren eine volle Band hinzu. Zwar bleiben die Musiker unaufgeregt und spielen nur die Spuren und Noten, die auch wirklich dem Song dienen, kreieren aber ein wunderbar volles Hörerlebnis. Elektronische Spielereien wie ein sanfter Beat oder Flächen aus dem Keyboard machen das Album wandelbar, ein erstes Highlight erreicht man mit dem leichtfüssigen „Vision“. Sofort krallt sich das Stück im Kopf fest und lässt nicht mehr los, auch dank der wunderbaren Stimme von Luisa, die mit ihrem heiser und tief anmutenden Gesangsstil viel Charme verbreitet. Diese Wirkung wird durch die authentischen und wahrhaftigen Texte unterstützt. Ebenso dadurch, dass sich die talentierte Künstlerin nicht von den Möglichkeiten überfordern liess, sondern ihre Ideen mit viel Raum präsentiert. Den Liedern haftet somit etwas Anmutiges an, zwischen den Klängen kann man sich umschauen und genau forschen. Auch beim Französisch gesungenen Text in „L’Hiver En Juillet“ stolpert man somit nicht, es fügt sich alles perfekt zusammen.

„Never Own“ ist ein vielfältiges und wunderbar anzuhörendes Folk-Pop-Album geworden. Luisa kam für mich aus dem Nichts und strahlte gleich aus der Masse der Musikerinnen heraus. Ihre Lieder verfügen über Kanten, gelungene Ideen und immer wieder wunderschön geschriebene und gespielte Abschnitte. Dieser Künstlerin steht noch viel bevor, und uns hoffentlich weitere so gute Alben von ihr wie dieses hier.

Anspieltipps:
Vision, Wouldn’t Mind, More

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