The French – Live (2015)

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The French – Live
Label: Eigenveröffentlichung, 2015
Format: USB Stick
Links: Facebook
Genre: Live, Akustik, Pop

Was man sich nicht alles in die Sammlung stellt, wenn eine Band dem kauffreudigen Konzertbesucher keine Wahl lässt. The French aus Leeds (UK) und Göttingen (DE), aber dann doch aus der Schweiz, zückten am Ende ihrer Show in Aarau nicht die CDs, sondern einen USB-Stick in Kreditkartenformat. Darauf enthalten sind nicht nur Informationen über die Band und ihre Anforderungen bei Liveauftritten, sondern auch die Aufnahme eines Konzertes. 13 Lieder lang dürfen wir Brian Swirles und The Hatch durch ihre Lieder begleiten.

Die Aufnahme ist genauso reduziert wie die Musik der beiden. Nehmen sie sich im Studio die Zeit, mehrere Spuren und Instrumente aufzunehmen, funktioniert das als Duo natürlich nicht so einfach auf der Bühne. Somit werden die Lieder wieder auf ihr Grundgerüst zurückgeschabt und begnügen sich mit Gesang und Gitarre. Brian singt dabei mit seinem wunderbaren, englischen Akzent und The Hatch greift in die Saiten. Zusammen füllen sie den Raum gelungen aus, melodiös und immer mit einem Augenzwinkern. Die Texte sind nicht zu ernst zu nehmen und zaubern regelmässig ein Lächeln auf das Gesicht – dies kann man bei einer Tonaufnahme zwar nicht hören, vermutet es aber. Allgemein ist vom Publikum nicht sehr viel zu vernehmen, die Abmischung schiebt den Jubel und das Klatschen etwas in den Hintergrund. Macht aber nichts, geniesst das gesamte Konzert somit einen gemütlichen Unterton, die Konzentration wird automatisch auf die dargebotene Musik gelenkt. Die Band selber bezeichnet ihren Stil als Mental Pop, ein kecker Hinweis auf die Grundsteine des Projektes. The French sind keine Band, die oft Konzerte spielt oder Platten veröffentlicht. Zwei Freunde fanden sich unter dem Namen zusammen, ein Hobby wird intensiviert. Der Name erklärt sich übrigens aus der Herkunft der zwei Typen, schliesslich verbindet die Deutschen und Engländer vor allem Abneigung gegen Franzosen. Somit sollte klar sein, dass hier Sarkasmus herrscht.

Ein USB-Stick mit Musik und Beilagen ist eine nette Idee für eine kleine Band. Interessanterweise kann man sich das Konzert auf zwei Arten anhören. Entweder in einzelnen Songs mit verbesserter Abmischung, oder als kontinuierlichen Mix ohne Unterbrüche und mit etwas mehr Reaktionen aus dem Publikum. Dank der kurzen Laufzeit von 50 Minuten lässt sich die Darbietung regelmässig anhören. Wer auf reduzierten Pop steht und auch bei nicht ganz professionellen Veröffentlichungen nicht zurückschreckt, sollte hier mal ein Ohr riskieren. Gerade der Gesang weiss zu begeistern, so auch beim Cover von „Hotel California“.

Anspieltipps:
Breathe Please Breathe, Dance Of The Dead, Gimme 5

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