William Elliott Whitmore ‎– Hymns For The Hopeless (2003)

William Elliott Whitmore ‎– Hymns For The Hopeless_Bohli

William Elliott Whitmore ‎– Hymns For The Hopeless
Label: Southern Records, 2003
Format: CD
Links: Discogs, Künstler
Genre: Country, Blues

Obwohl auf diesem Blog doch schon ein paar Einträge mit dem Vermerk Country zu finden sind, ist dieses Gebiet für mich immer noch sehr jungfräulich. Weder die Künstler noch die Platten sagen mir viel, die Musik ist mir schnell zu klischeehaft und gefällt nicht. Ausnahmen wie The Wild Feathers oder Ryan Bingham mischen der traditionellen Musik so viel Rock und Folk bei, dass es schon fast eine Untergruppe wird und meinen Geschmack trifft. Nun aber wurde ich durch eine nette Geste von Friedlvongrimm fast gezwungen, mich mit dem urtypischen Country zu beschäftigen. Sie schickte mir ein Album von William Elliott Whitmore, das will ich hier natürlich auch würdigen.

Was zuerst sicherlich verwundert: Der doch erst 37 jährige Musiker klingt in seinen Songs wie ein grauhaariger Grossvater, der kaum mehr von seinem Schaukelstuhl aufzustehen vermag. Tief und rau ist die Stimme, ein Brummen unterliegt den Textzeilen. Sofort fasziniert die Stimme, wie das Reibeisen Tom Waits oder Konsorten vermag Whitmore zu packen. Da passt es natürlich, dass der erste Song „Cold And Dead“ auch a capella dargeboten wird. Textlich zieht der Künstler uns mit in die tiefen Sümpfe und Abgründe der heissen Staaten. Tod und Hoffnungslosigkeit lauern an jeder Ecke, interessanterweise werden diese intensiven Themen mit eher gelockerten Stimmung und einer schon fast heiteren Art präsentiert. Denn ab dem zweiten Song wird das Banjo gezupft, das Schlagzeug spielt hüpfende und marschierende Rhythmen und die Gesangsmelodien sind positiv. Das ist auch nötig, würde das Album sonst schwer zu verarbeiten sein. Der Stil, der dabei angewandt wird, ist typischer Country. Langgezogene Silben mit tiefem Dialekt, spärliche Instrumentierung und immer den Whiskey in Reichweite. Wer solche Musik zu oft hört, der hustet Wüstensand und kauft sich ein Pferd. Whitmore weiss aber bei jedem Lied, was er macht. Sein Songwriting und die Produktion sind toll, und dank dem Minimalismus findet man schnell den Kern der Lieder. Aber genau hier wird es für mich schwierig. Diese traditionelle Weise, den Country zu spielen und mit altem Blues zu mischen, ist für mich eine zähe Hörangelegenheit. Es passiert mir zu wenig in den Stücken, zu vieles scheint genau gleich zu sein. Die Präsentation spricht mich leider zu wenig an, um ein solches Album aufmerksam zu hören.

„Hymns For The Hopeless“ ist eine interessante Reise in die vergangenen Zeiten. Urtümlicher Blues und staubiger Country treffen sich für ein paar Lieder und besingen traurige Zustände. Wer solche Musik mag, der findet im Werk von Whitmore grossartiges und kann darin aufgehen. Meinen Geschmack trifft seine Musik selten, im Hintergrund funktioniert es zwar – doch dies ist nicht der Grund, weshalb ich Musik höre.

Anspieltipps:
Cold And DeadBurn My Body, Our Paths Will Cross Again

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Ein Kommentar

  1. Guter Geschichtenerzähler, der Herr Whitmore! Ich habe 3 Platten. Wenn man NUR William hört, nutzt es sich schnell ab, trotz anfänglicher Begeisterung. Hier bitte weiterhören: Neal Casal, Chuck Prophet, Jon Dee Graham, Ben Weaver, Dan Mangan, Johnny Dowd, Steve Earle, Sean Rowe. Ein Mädel muss auch unbedingt dabei: Lydia Loveless.

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