Liebster Award #1 – Der Start durch Franzi

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Tja nun hat es mich auch getroffen, ich wurde für den „Liebster Award“ nominiert. Dies ist mitnichten mit einem grossen Preisgeld oder vielen Küssen dotiert, sondern es gilt zehn Fragen zu beantworten, selber Fragen zu konstruieren und diese dann an weitere Bloger zu versenden. Na gut, immer kann es hier ja nicht nur um Musik gehen. Friedlvongrimm will folgende Einblicke in mein Leben:

  1. Was war der surrealste Moment in deinem Leben?
    Es gab da mal dieses Wochenende im Tessin, aber nein, das gehört hier nicht hin. Wenn wir die Frage aus dem musikalischen Standpunkt betrachten, erinnere ich mich besonders an das letztjährige Night Of The Prog Festival. Es war mein Geburtstag und „dank“ des Ausfalles einer Band spielte per Zufall Be Gabriel ein wunderschönes Set von Klassikern meines Lieblingskünstlers Peter Gabriel, inklusive meines aller-aller-allerliebsten Liedes aller Zeiten. Und ein paar Stunden später sehe ich zu ersten Mal Marillion live, und gegen Ende des Konzertes steht plötzlich Steve Hogarth neben mir. Wenn man so viel in seinem Leben mit Musik verbindet, dann sind diese kleinen Momente oft sehr intensiv. Auch Jahre später noch.
  2. Worüber ärgerst du dich bei dir selbst am meisten?
    Meine Faulheit. Denn die ist Schuld, dass ich das Skizzieren nach der Berufslehre gestoppt habe und nur noch sporadisch ausübe, dass ich meine Gitarre verstauben lassen und alles wieder verlernt habe, dass ich meine angefangenen Geschichten und Comics in der Schublade alt werden lasse und, dass ich oft doch lieber ein Film schaue als Spanisch zu lernen. Dabei würde eigentlich alles Spass machen, viel.
  3. Was willst du dieses Jahr unbedingt noch realisieren?
    Den ersten Comic im Pixi-Buch Format zu beenden, meine Freundin und ich sind fleissig am kritzeln. Kinder nehmt euch in Acht! Und dann gäbe es da noch dieses riesige David Bowie Poster, dass auf irgendeine merkwürdige Art einen Rahmen benötigt.
    Ach und die Lampe in der Küche muss auch mal gewechselt werden. Wolke oder nicht.
  4. Glaubst du, dass Liebe immer mehr zu einem trivialen Wort verkommt? Wo findest du Liebe in deinem Leben? Oder ist das alles nur verlogene Propaganda?
    Liebe ist sicherlich ein Wort, das man sehr viel verwenden kann und dabei die eigentliche Botschaft verwässert. Im Grossen und Ganzen leben wir momentan nicht in einem Zeitalter der Liebe. Die Welt driftet immer mehr Richtung Intoleranz und Fremdenhass. Aber auf persönlicher Ebene erfahre und erlebe ich Liebe momentan sehr stark, durch viele Bereich und vor allem dank einer Person. *kitsch*
  5. Wärst du gern in einer anderen Zeit geboren?
    Nein. Interessanterweise kenne ich diese Frage in mehreren Aspekten und habe darüber auch schon oft im Freundeskreis diskutiert. Aber egal was alles schlecht läuft, wie kaputt unsere Systeme sind und wie viel Leiden auf der Welt existiert, schlussendlich kumuliert sich alles Vergangene und Erschaffene im heutigen Jahr, im jetzigen Moment. Keinesfalls möchte ich den Fortschritt missen, diese verkapte Vergangenheitsromantik sagt mir nichts.
    Ich halte mich da klar an Jean Paul Sartre: „Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere.“
  6. Warum bist DU besser als Bono?
    Lustigerweise stammen diese Award-Fragen von meinem Gegenpol, sozusagen. Schliesslich stehe ich auf der U2-Fanskala an einem sehr hohen Punkt und sehe gerne mit meiner rosaroten Brille über all seine Macken und sein Getue hinweg. Allgemein sich über eine Person zu stellen ist sehr heikel, aber ich wage zu behaupten, dass ich das musikalische Vermächtnis von U2 in den Vordergrund stelle, stärker als Bono selber. Und die Band darum immer viel zu lange für neue Lieder und Alben benötigt.
  7. Warum ist Mike Patton Gott? (Und warum steht er auf Italienerinnen und nicht auf mich?)
    Weil er Schlager aus Italien cool macht, weil er Musik auf eine Abstraktion bringt die sexy ist, weil er nur geile Bandnamen in seiner Diskografie trägt, und weil er ein Schnauzer hat.
    Und seine sexuellen Vorlieben möchte ich mir jetzt nicht erklären. Das muss bei einem solchen Menschen doch abartig sein oder?
  8. Gibt es eigentlich irgendwen, der sein Leben auf die Reihe bekommt? Wie?
    Ich kenne da ein paar die Vieles erreichen, persönlich, kreativ und beruflich. Aber grundsätzlich hat jeder seine Stolperfallen. Bei mir ist es vor allem die oben erwähnte Faulheit und meine berufliche Blindheit. Ich habe keine Ahnung was ich in ein paar Jahren arbeiten möchte, welche Weiterbildungen sinnvoll wären und wo das alles hinführt. Glücklicherweise muss ich nur noch 40 Jahre arbeiten. Ein Klacks.
  9. Für was würdest du dich ernsthaft prügeln?
    Gewalt hasse ich, und ja, ich habe mich noch nie geprügelt. Aber wenn Menschen, die mir viel bedeuten, ungerecht behandelt werden, dann würde ich bestimmt einschreiten. Man steht seinen Freunden schliesslich bei. Auch wenn ich wohl nach fünf Sekunden bewusstlos am Boden liegen würde.
  10. In welchem Moment warst du stolz auf dich?
    Erst kürzlich als ich meine 2-Phasen-Ausbildung für den Führerschein beendet habe. Autos finde ich doof, selber fahren macht mich unsicher. Die nötigen Kurse für den definitiven Ausweis hab ich sehr lange vor mich hingeschoben, nun aber doch alles abgeschlossen. Und für den Rest meines Lebens nun Ruhe. Hurra!

Meine 10 Fragen für die armen Blogger die nun ran müssen.
Und das wären Filmschrott, Kathrin, Call Me Appetite, Stepnwolf, Andiau und einfach so weil ich auch mal Fragen erstellt habe: Franzi.

  1. Überall spricht man von Klimaproblemen, Rezession, Asylanten. Doch was ist wirklich das grösste Problem?
  2. Ist es richtig, dass man Milliarden in die Unterhaltung investiert, aber alle anderen Missstände damit übertönen will?
  3. Warum malen so wenige Menschen über 10 Jahre mit Strassenkreiden?
  4. Sollte man eine maximale Anzahlsgrenze für Alben in einer Platten- / CD-Sammlungen einführen?
  5. Wann ist man ein zu grosser Fanatiker bei der Musik?
  6. Ist eine Brieftaube einem Email überlegen? Immerhin benötigt die nur ein paar Körner.
  7. Welchen Traumberuf sollte man nun doch verfolgen?
  8. Ist der Montag wirklich so ein dummer Tag, oder ist bei dir alles ganz einfach?
  9. Sind Songtexte wichtig?
  10. Das nächste Land das ich bereise ist…
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5 Kommentare

  1. Bitteschön, der Herr:
    https://friedlvongrimm.wordpress.com/2015/07/22/liebster-award-12/

    Danke für deine wundervolle Beantwortung meiner Fragen.

    1. Welches ist denn dein allerliebstes Lieblingslied? Mit Progrock etc. tue ich mich übrigens immer noch ein wenig schwer. Bisher mir meist zu ausufernd, so dass ich schnell gelangweilt bin. Vielleicht musst du mir da mal was gescheites empfehlen und mich heranführen.

    2. Das kenne ich alles nur zu gut. Ganz schlimm ist ja, dass ich z.B. mich einfach nicht dazu zwingen kann, erstmal zwei, drei Akkorde zu verinnerlichen, um überhaupt irgendeine Basis zu haben und einfach nicht über diese Phase hinüberkomme und somit nie Gitarre spielen werde, weil ich auch noch ein riesiges Problem habe, es mir beibringen zu lassen, weil ich dann Angst habe, nicht genug zu sein bzw. sich herausstellt, dass ich echt unbegabt bin.

    3. Das klingt so cool! Ich möchte bitte ein Exemplar haben!

    4. Ich beneide dich. Schöne Grüße an diese wundervolle Person. Und ja, ich denke ähnlich wie du bzw. der derzeitigen Lage.

    6. Ahaha, deinem Gegenpol. *lach* Franzi – Bohlis Nemesis.
    Ach komm, du bist besser als Bono. Glaube mir. Ich kann das gut separieren und hätte auch kein Problem damit live zu „With Or Without You“ oder „Pride“ mitzujaulen. Und seit „It Might Get Loud“ weiß ich auch, warum U2 teilweise echt gute Songs haben. Trotzdem war das letzte Album echt nicht feierlich. Genauso wie alle seit den 90ern. So bäh. Okay, den Song zum Batmanfilm mochte ich.

    7. Du bekommst schon einmal den Award für die beste Antwort auf diese Frage. Ich finde Mr. Bungle und Lovage sind keine wohlklingenden Namen, aber ansonsten ist es faszinierend, wie viele Filmtitel er so in seiner Arbeit verwurstet. Das macht ihn natürlich nochmal doppelt so interessant für mich. Ich bin ja eigentlich militanter Bartgegner, aber es ist erschreckend, wie schnell ich das Ding einfach hingenommen habe. Ich weiß es nicht, ich finde die zahlreichen Legenden und Mythen um seine Beziehung zu Körperausscheidungen sehr amüsant. Ich glaube, er ist konservatischer als man denkt. Er will bestimmt den ganzen Tag nur kuscheln.

    8. Ich bin dafür, dass du bei Tage irgendwas cooles soziales machst und bei Nacht Comiczeichner. Quasi Batman.

    10. Ich glaube, ich werde niemals das Geld haben für einen Führerschein. In Berlin braucht man das auch echt nicht.

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