Live: Muse – Sonisphere, Expopark Biel, 15-06-06

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Sonisphere Festival: 
Muse, Incubus, The Hives, Bonaparte, Gustav & Les Hellbrothers
Samstag 06.06.2015
Expopark Nidau, Biel / Bienne

Es war ein Tag der Einschränkungen, wobei die meisten dieser Kompromisse zu einem besseren Resultat führten. Gerade beim krönenden Abschluss des Art-Rock Trios war ich mehr als glücklich, dass Zurückhaltung eine Rolle spielte. Aber beginnen wir doch beim Anfang, denn dieser war sommerlich und gut gelaunt. Ein paar Biere und Schwimmzüge im Bielersee, das liess schnell vergessen, dass die offizielle Badi nur für VIP-Gäste zugänglich war. Und ohne Wasser hätte man es nicht ausgehalten, denn die Sonne brannte unerbittlich herunter. Darum fiel die Entscheidung auch gegen die erste Band, welche auf dem ehemaligen Expogelände in Nidau spielte – wir wagten uns erst aufs Gelände, als Bonaparte die Bühne betraten.

Eine weise Entscheidung, denn das Sonisphere Festival bot wenig Schatten und eine drückende Hitze in der Masse. Daher war der Gang zum Bierstand beliebter als der Weg zum Bühnenrand. Bonaparte boten ein gelungenes Konzert, allerdings kann ihr Songmaterial leider nicht gänzlich überzeugen. Textlich immer sehr aktuell und schmunzelnd, musikalisch aber etwas verstaubter Indie-Tronic-Rock. Schade, denn wirkliche Partystimmung kam nicht auf. Auch die Schweden The Hives waren nicht mein Ding. Ihre wilde und provozierende Art, alternative Rock zu spielen findet seit Jahren Anklang, die Band hat sich aber auch festgefahren. Es ist zwar lustig, Pele und seinen Kumpels zuzuschauen und zuzuhören, aber mir fehlt die Substanz.

Dank den langsam aufziehenden Wolken wagten wir uns bei Incubus nach vorne. Zwar verhinderte der „Golden Circle“ einen freien Gang, doch die Bühne war genügend gross, um die Amerikaner im Blick zu halten. Die Gruppe um Brandon Boyd ist nicht nur seit Jahrzehnten aktiv, sondern prägte eine Zeit lang stark den Mainstream mit ihrer eigenen Mischung aus Surf-Rock und Einflüssen des Hip-Hop und Scratching. Obwohl die neusten Platten nicht mehr so überzeugen, sind Incubus live immer noch eine tolle Band. Ob man nun kommt um Brandons Körper zu bewundern, alte Hits zu feiern oder bei neuen Balladen mitzusingen – alles wurde geboten. Leider verhinderte der aufkommende Wind eine gute Abmischung, die Musik war aber besser als ich es erwartet hatte.

Highlight und Grund meiner Anreise waren dann aber ganz klar Muse. Die Mannen aus England gehörten lange zu meinen Lieblingsbands und begeisterten immer restlos mit ihren Shows. Zwar gilt auch hier bereits zum vierten Mal das Manko der schlechter werdenden Alben, aber die Band ist und bleibt einer der besten Liveaufspieler. Von Anfang bis Ende gaben sie Vollgas und rockten sich durch eine gelungene Festival-Setlist voller Hits und Fanfavoriten. Mit nur vier Liedern vom neuen Album „Drones“ bot das Konzert genügend Platz, um alte Bekannte ins Rampenlicht zu stellen. Zu wenig Scheinwerfer bot die Bühne dazu echt nicht, von überall her blitzte und strahlte es. Dazu quadratmeterweise Bildschirme mit Animationen und Filmsequenzen. Das Trio war schon immer bekannt für ihre gewaltigen Shows, schön war aber auch zu sehen, dass sich die Herren nun wieder etwas zurückhalten. Keine Schauspieler und Akrobatik mehr, kein unnötiger Bombast. Mit ein paar Konfetti und Ballons sind die Menschen mehr als glücklich, denn hier gab es wieder mehr rockende Momente. Springen, tanzen, schwitzen und mitgröhlen, so muss es sein. Und auch wenn am Ende des Abends noch viele Lieder fehlten: Muse lohnen sich weiterhin.

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Ein Kommentar

  1. Mensch, komm‘ du mir mal nach Hause! Bonaparte und The Hives sind geniale Livebands. Punkt. Klar, haben sie eine gewisse Masche, aber die zieht halt. Und The Hives waren die einzigen bei Rock im Revier, die selbst die engstirnigsten Besucher um den Finger wickeln konnten. Und Pelle ist endlich wieder heiß!

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