Faith No More – Sol Invictus (2015)

Faith No More-Sol Invictus

Faith No More – Sol Invictus
Label: Reclamation! Recordings, 2015
Format: Vinyl im Gatefold, Download
Links: Discogs, Band
Genre: Crossover, Rock

Unglaublich lange 18 Jahre ist es her, seit die Amerikaner ihre letzte Platte veröffentlicht haben. „Album Of The Year“ erschien 1997 und zähmte ein letztes Mal das wilde Treiben der Band Faith No More, bis diese dann kurz danach komplett auseinander brachen. Aber nun bitte kollektiv aufatmen: Die Herren und Herrscher des Crossover sind zurück, und natürlich bleibt alles so wie es nie war. Doch ganz einfach macht es uns die Platte nicht.

Gleich vorneweg: „Sol Invictus“ ist ein grossartiges Album, eine Qualitätsarbeit, die man von diesen Herren erwartet hat. Auch nach fast zwei Dekaden spielen sich die Typen um Billy Gould quer durch alle härteren Musikstile, mischen es zu einem Orkan und klingen dabei nie nach einer Kopie. Dass Mike Patton dazu seine Stimme auf Berg- und Talfahrten schickt, freut sehr. Sein wandelbares Organ verleiht den Songs eine höhere Qualität und begeistert, egal ob er grummelt, schreit oder singt. Patton bleibt ein Ausnahmetalent, das mit Faith No More weiterhin eine Plattform am Leben lässt, die man sich ohne Doktortitel anhören kann. Sicherlich sind die Lieder nicht billig konzipiert, sondern verwirren, haben sieben Leben und prügeln Genres zu einem Golem zusammen. „Sol Invictus“ startet dabei mit Hits, die als Single vorzüglich funktionieren. „Superhero“, „Sunny Side Up“ oder der Titeltrack locken mit grossartig eingängigen Melodien, genial kombinierten Passagen aus harten Gitarren und sanftem Klavier. Ob nun Metal, Hardcore, Rock, Funk oder Jazz angetönt werden, die Band verknotet einzelne Fäden und Stränge zu einem Wunderwerk. Je länger die Platte läuft, desto schwieriger werden die Verbindungen, desto extremer die Gegensätze. „Cone Of Shame“ setzt allem die Krone auf, mit einer absurd grossen Leise-Laut Wechselwirkung. Aber egal wie hart und wild die Lieder sind, sie gehen schnell in den Kopf und machen Spass. Man will und kann keine Highlights feststellen, alle Stücke sind grossartig und auf eigene Art der Höhepunkt. Jedes Mal wenn man „Sol Invictus“ auflegt, verliebt man sich von neuem in einen bestimmten Moment. Immer gewaltig bleibt aber das überlange „Matador“ und pflügt tiefe Furchen in das Land.

Faith No More sind zurück und beweisen, dass eine Reunion auch bei Legenden klappen kann. Ihr neues Material ist aufrichtig, voller Selbstreferenzen und frischen Ideen. Zu keiner Sekunde wirkt die Platte wie ein bemühter Reanimationsversuch, sondern ist ein logisches Kapitel in der Bandgeschichte. Lasst euch verzaubern und mit toller Musik überschütten, die Hoffnung lebt weiter.

Anspieltipps:
Superhero, Cone Of Shame, Matador

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2 Kommentare

  1. Aaaawweee, toll gemacht, der Herr! Und was soll ich jetzt bitte schreiben? Püh. Ich hole mir morgen meine Clear Vinyl bei der Post ab, ha! Und hoffe, dass die Herren in Berlin „Cone of Shame“ spielen. Ich finde nämlich immer noch, dass das der genialste Song auf der Platte ist.^^

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