Lonely Robot – Please Come Home (2015)

Lonely Robot - Please Come Home_MBohli

Lonely Robot – Please Come Home
Label: Inside Out Music, 2015
Format: Doppel-Vinyl im Gatefold, mit CD
Links: DiscogsMusiker
Genre: Progressive Rock, Art-Rock

Houston, wir haben ein Problem: Unsere Astronauten der Mission US-XC123.6 haben in ihrer Luftschleuse des Shuttles einen Roboter vorgefunden. Dieser scheint von einem alten Raumgang zu stammen und wurde hier vergessen. Wie ist das weitere vorgehen, denn seine Herkunft ist nicht die USA? Kurioserweise scheint sein Verhalten menschliche Züge angenommen zu haben, er spricht. Was haben wir getan? Wie konnte es soweit kommen?

Seit Jahrhunderten spielt der Mensch mit dem Dasein, seinem Planeten und der Wissenschaft. Unglaubliche Leistungen wurden vollbracht, Entwicklungen voran getrieben und das Leben wurde immer angenehmer und vielfältiger. Doch zu welchem Preis? Wie viel Leiden und Wahnsinn steckt hinter all den Errungenschaften? Und woher stammen wir eigentlich? All diese Punkte (und mehr) versucht John Mitchell mit seinem neuen Projekt Lonely Robot zu erkunden. Eine monumentale Aufgabe, auch für den talentierten Musiker, der zuvor vor allem als Mitglied und treibende Kraft hinter Frost* und Kino auftrat. Zusammen mit hochkarätigen Gästen wie Steve Hogarth, Peter Cox, Nick Beggs oder Heather Findlay untersucht er die Fragen in grossformatigem Progressive Rock mit modernem Anstrich. Wie von Mitchell gewohnt, besticht jedes Lied durch wunderbare Gitarrenmelodien, durchdachten Aufbau, emotionalen Gesang und wunderschöne Harmonien. Seine Musik ist auch auf „Please Come Home“ immer extrovertiert, erklingt voller Volumen und will laut gehört werden. Es gelingt dem Künstler, die Eingängigkeit mit komplexen Abläufen zu kombinieren und dabei Hits zu produzieren. Denn nach dem instrumentalen Einstieg mit „Airlock“ rocken gleich zwei tolle Songs die Bude: „God Vs. Man“ und „The Boy In The Radio“. Mit so viel Elan und Energie wird über die gesamte Laufzeit aufgespielt, bei „Lonely Robot“ sogar hübsch verkopft. Wer so viel nachdenkt und kommuniziert, der braucht auch Momente zum Innehalten. „Why Do We Stay“ oder „Human Beings“ sind nicht nur Balladen, sondern auch die beste Gelegenheit für die Gäste zu strahlen, unterstützt durch viel Keyboard und Ausdruck.

„Please Come Home“ ist wahrlich kein subtiles Werk, aber ein grossartiges Album des modernen Art-Prog, das John Mitchell von seiner besten Seite zeigt. Auch wenn die Fragen nicht tief philosophisch beantwortet werden, ist es voller interessanter Gedanken, Anstösse und Rückbesinnungen. Eine Reflektion über unser Leben, unsere Taten und das grosse Wieso wird schliesslich immer wichtiger. Je nach Stimmung lässt einem die Musik melancholisch oder hoffnungsvoll fühlen, berührend ist sie immer. Hitverdächtig sowieso.

Anspieltipps:
God Vs. Man, Lonely Robot, Construct/Obstruct

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