Godspeed You! Black Emperor – Asunder, Sweet And Other Distress (2015)

Godspeed You! Black Emperor - Asunder, Sweet And Other Distress_MBohli

Godspeed You! Black Emperor – Asunder, Sweet And Other Distress
Label: Constellation Records, 2015
Format: Vinyl im Gatefold, mit Poster und Download
Links: Discogs, Band
Genre: Post-Rock, Noise, Drone

Schleppende Drums, ein Takt wie ein dahinschlurfender Riese, dann Gitarren und Streicher in einer grotesk verwobenen Erscheinung, schräge Klänge, Lärm und Dissonanz. Das neuste Album von GY!BE startet gleich mit voller Energie in den zehn Minuten langen Track „Peasantry or ‚Light! Inside of Light!“. Wie von der kanadischen Band gewohnt, klingt alles leicht verstimmt, nach Noise und wird mit viel Rückkopplung dargeboten. Dabei überrascht aber vor allem die Tatsache, dass „Asunder, Sweet..“ überhaupt erschienen ist.

GY!BE aus Montreal erschienen in den 90er aus dem Nichts, revolutionierten den Post-Rock und verschwanden auch so plötzlich wieder. Als nach zehn Jahren Stille dann 2012 das Album „‚Allelujah! Don’t Bend Ascend“ erschien, geschah dies ohne Vorzeichen und grossen Informationsfluss. Die Musiker versteckten sich komplett hinter der Platte, gaben keine Interviews und waren nur für ein paar Konzerte in den USA und Europa unterwegs. Und jetzt ebenso plötzlich, nur drei Jahre später, liegt uns bereits die nächste Scheibe vor. Das fünfte Album überrascht zuerst mit der kurzen Laufzeit. Nur vier Lieder, davon zwei Drone / Geräusch Eruptionen, alles in kompakten 40 Minuten. Untereinandern greifen die Stücke fast unmerklich ineinander über, wer den Überfall im Einstieg überlebt hat, befindet sich mit „Lambs‘ Breath“ nun im Auge des Sturms. Trügerische Ruhe kehrt ein, nur einzelne Frequenzen jaulen auf. Unheimlich schwirren die Klänge um den Kopf, der Wirbelsturm dreht sich immerzu weiter. Als man dann fast komplett von der Stille eingelullt wird, kommen immer mehr Schichten zurück. Die Geigen spielen langanhaltende Akkorde, klingen wie verletzte Tiere; Orgel und Keyboard mischen sich ein. Immer mehr steigert sich das Toben, bis der Abschluss in „Piss Crowns Are Trebled“ wieder den kompletten Wahnsinn von der Leine lässt, mit einem laut knarzenden Bass.

Mit viel Verzerrung, Drone und Krach ist die neuste Platte von GY!BE eine wilde und laute, bietet aber auch vorzügliche Momente der Ruhe. Die Band spielt dabei immer sehr düster und schwermütig, Hoffnung findet man auf diesem verkohlten Getreidefeld keine mehr. „Asunder, Sweet…“ ist ein grossartiges Album des kreischenden Post-Rock, schnell zugänglich und lang sättigend. Wie nicht anders zu erwarten, übertreffen sich die Musiker zum wiederholten Male.

Anspieltipps:
Peasantry or ‚Light! Inside of Light!; Asunder, Sweet; Piss Crowns Are Trebled

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