The Pineapple Thief – Live 2014 (2015)

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The Pineapple Thief – Live 2014
Label: Burning Shed, 2015
Format: Download, mit PDF
Links: Discogs, Band
Genre: New Prog, Art-Rock

Prog ist live immer eine etwas andere Geschichte als ab Konserve. Viele Platten aus dem komplexen Genre weisen massig Spuren auf, werden mit Effekten und Technik aufgewertet, und sind mit schwierigen Tonabfolgen vollgestopft. Dies live in gleicher Form nachzuspielen ist oft nicht möglich, und genau hier liegt das Problem. Denn wie oft liebt man ein Lied genau wegen dieser filligranen Bearbeitung oder der kleinen Details, die auf der Bühne nicht reproduziert werden können? The Pineapple Thief kämpfen aus meiner Sicht manchmal mit diesen Problemen, so konnte mich auch das vorliegende Live-Album nicht immer überzeugen.

Die Gruppe aus England kreist mit ihrer Musik um den harten Rock, den New-Prog. Das heisst, viel Gitarre und wenig Grössenwahn. Die Liveaufnahme aus dem De Boederij in Holland, gibt es nun als Download bei Burning Shed zu kaufen und zeigt die Band in guter Form auf der letzten Tour. Unterwegs mit einer Setlist voller Songs der grossartigen Platten „All The Wars“ und „Magnolia“, wissen sie die Perlen herauszupicken und die Hits aufzuführen, sowie auch etwas tiefer in ihrer Vergangenheit zu graben. Obwohl der neuste Abschnitt ihrer Karriere während den 18 Liedern im Fokus liegt, kommen auch ältere Fans auf ihre Kosten. Die Gruppe spielt stark auf und zeigt, dass nicht nur Bruce Soord für den Sound verantwortlich ist. Obwohl der Künstler alle Lieder schreibt, werden sie erst durch die Bandaufführung voll und satt. Womit wir aber wieder beim Problem angelangt sind. Die wilden und lauten Stücke verlieren hier etwas von ihrer Tiefe. Ob es nur an der Aufnahmequalität oder allgemeinen Spielart eines Konzertes der Band liegt, kann ich nicht sagen. The Pineapple Thief konnte ich live noch nie bewundern, bei „Live 2014“ entsteht aber das Gefühl, dass viele kleine Details in den Songs bei einem Auftritt untergehen. Ruhigere Stücke wie „Magnolia“, oder epische Wechselspiele wie „Reaching Out“ verstecken diese Makel. Brechen aber die Gitarren aus, verschwimmt alles hinter einer Wand und klingt etwas unprofessionell. Der Gesang von Bruce Soord kann auch nicht immer überzeugen, stösst er doch schnell an seine Grenzen.

Trotzdem, The Pineapple Thief zeugen auch hier von ihrem Verständnis für Modernität und Fortschritt im Prog. Ihre Lieder packen, lassen die Beine zappeln und nehmen Gefangen. „Live 2014“ ist eine gute Möglichkeit, die Gruppe ausserhalb des Studios zu erleben, besonders wenn man die Band nur ab Platte kennt. Schade, dass das Album nur als Download erhältlich ist, wenigstens kriegt man ein PDF-Booklet mit Liedtexten und Bilder dazu. Dank dem tiefen Preis blickt man auch gerne über die Mängel hinweg. Für mich bleibt der Ananasdieb aber eine Studioband.

Anspieltipps:
Alone At Sea, Magnolia, Reaching Out

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