Elbow – Asleep In The Back (2001)

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Elbow – Asleep In The Back
Label: V2, 2001
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Art-Rock, Alternative Rock

Manche Debütalben gelten als Experiment und darum als Klangfindung, viele Musiker wagen sich mit Bands zum ersten Mal an eine Platte und kennen sich vielleicht noch nicht lange. Der Klang und das Erscheinungsbild ist daher oft eher eine Vorausahnung kommender Meisterwerke. Dann aber gibt es auch das Gegenteil, und gewisse Gruppen beweisen gleich mit ihrem Erstling ihr Können und ihre Qualitäten. Elbow aus Manchester gehören zur zweiten Kategorie. „Asleep In The Back“ erschien elf Jahre nach ihrer Gründung und ist bis heute ein wichtiges Werk in ihrer Geschichte.

Gleich mit dem Opener „Any Day Now“ legte die Band den traditionellen Sound von Elbow fest. Ausufernde Melodienführung, ruhe Stellen zwischen Bandpassagen, den charismatischen Gesang von Guy Garvey und eine wunderbare Hand für emotionale Musik mit viel Herz. Der Text wird wie ein Mantra immer wiederholt und zieht die Hörer in die Welt der fünf Mannen. Schon mit „Red“ finden die Streicher in das Album ein, betten die Lieder auf eine weiche Wiese. Der Grundton bleibt von da an entspannt und „Asleep In The Back“ würde einen schlafenden Mitfahrer nicht wecken, aber seine Träume angenehm und herzlich gestalten. Wie auch auf den kommenden Alben wussten die Musiker schon hier, ihre eigene Mischung aus Art-Rock und Alternative so zu gestalten, wie keine andere Band. Elbow klingen wie Elbow, einen grossen Anteil daran hat natürlich der Gesang. Aber auch die Instrumentierung mit den sanften Gitarren, den Klavierspuren und dem zurückhaltenden Schlagzeug klingt nach einer gefestigten Band. Die Geduld, viele Jahre ohne Veröffentlichung zu verbringen, hat sich gelohnt. „Asleep In The Back“ wurde von der Presse und Kritik gelobt und heimste einige Preise ein, der Durchbruch gelang der Gruppe aber erst einige Jahre später mit dem vierten Werk. An der musikalischen Qualität liegt es nicht, denn hier werden Pop, Indie und Alternative Rock geboten, mal ruhiger und balladenhafter, dann wieder mysteriös und mit viel Riffs. Strukturen weichen oft vom Standard ab und die Stücke bleiben auch nach mehrmaligem Hören eine Wundertüte. Und wenn dann „Newborn“ erklingt, ein Epos wie es nur Elbow schreiben können, will man nur noch nach draussen rennen, Menschen umarmen und allen danken, dass die Welt so toll ist.

„Asleep In The Back“: Ein Debüt mit viel Strahlkraft, eine Platte mit vielen Emotionen und Gefühl, ein Statement einer erwachsenen Band mit viel Ausdruck und bis heute grossartig anzuhören. Wer Elbow noch nicht kennt, oder bis heute nicht wusste bei welchem Album er starten soll, wieso nicht hier, wo alles begann und sie den Grundstein für eine umwerfende Karriere legten?

Anspieltipps:
Any Day Now, Newborn, Coming Second

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