Spidergawd – Spidergawd (2014)

Spidergawd_I_MBohli

Spidergawd – Spidergawd
Label: Crispin Glover Records, 2014
Format: Vinyl mit CD
Links: Discogs, Band
Genre: Retro- / Hard- / Blues-Rock

Die Wahrnehmung von neuen Bands und Musik ist schon etwas Interessantes. Je mehr man kennt, desto öfter kauft man auch blind Alben, von denen man keinen Ton gehört hat, aber die beteiligten Personen kennt. Bei Spidergawd reicht es schon zu wissen, dass Bassist Bent Sæther und Schlagzeuger Kenneth Kapstad von den göttlichen Motorpsycho mitspielen. Zusammen mit Per Borten gründeten sie die Spinnenband und veröffentlichen wilden und heftigen Rock. Was sonst?

Das Album beginnt mit dem stark groovenden „Into Tomorrow“ und macht dabei gleich klar, dass die Mannen nicht gekommen sind, um zu kuscheln. Mit Spidergawd geht man ab, oder verschwindet besser wieder. Denn Kompromisse kennt man bei dieser Musik nicht. Egal welche Elemente ein Song verlangt, die Musiker geben alles und verbinden den Retro-Rock mit starkem Blueseinschlag, Sludge, Hard-Rock und Bläsern. Die Gruppe wird mit Saxophon und Trompete ergänzt, damit noch mehr Melodien in die Lieder kommen und Passagen untermalen, in denen sich Borten zurückhält. Obwohl, eigentlich reichen Gitarre und Bass um die Songs voranzutreiben und immer wieder in neue Gebiete eintauchen zu lassen. Plötzlich tauchen Solis auf, dann wird wieder für eine kurze Zeit trocken der Rhythmus angegeben, um zum Abschluss in einem Meer aus Riffs und Licks zu versinken. Kenneth macht dazu was er am besten kann: Er wirbelt wie ein Teufel am Schlagzeug umher. Egal wie gross sein Set ist, egal wie viele Komponenten vor seinen Händen stehen, er spielt mit jedem Snare und Becken. Und in einer Geschwindigkeit, die man zuerst gar nicht glauben kann. Dem Songwriting-Talent von Borten ist es aber zu verdanken, dass die Songs trotzdem nie in einer trüben Suppe untergehen. Jeder Track erhält genau so viel Zeit wie er benötigt, um sich komplett zu entfalten und dann schlüssig ein Ende zu finden. Bei „Empty Rooms“ sind dies halt nun mal 14 Minuten, aber wer Motorspycho kennt lächelt hier nur. So viel psychedelischen Prog wie bei der Mutterband trifft man hier nicht an.

Mit ihrem ersten Album haben Spidergawd gleich mal klar gemacht, wer der neue Boss auf dem Spielplatz des wilden Heavy-Rock ist. Die Songs sind so lebendig, dass sie fast vom Vinyl runterspringen und das Wohnzimmer auf den Kopf stellen. Je öfter man die Scheibe hört, desto geiler wird sie – und ist somit ein Muss für alle Freunde des härteren Rock. Ich frage mich nur auch hier, wo die Mannen immer die Zeit und Musse her nehmen, so viele wahnsinnig gute Alben in so kurzer Zeit aufzunehmen. Magie?

Anspieltipps:
Blauer Jubel, Southeastern Voodoo Lab, Empty Rooms

Advertisements

Ein Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s