Steffi – Power Of Anonymity (2014)

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Steffi – Power Of Anonymity
Label: Ostgut Ton, 2014
Format: Doppelvinyl
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Techno, IDM, Electro

Bei elektronischer Musik stellt sich nicht nur beim Käufer, sondern oft auch beim Produzenten die Frage: Wo und wann soll dieses Album denn gespielt werden? Soll es die Tänzerinnen und Tänzer im Club zum schwitzen bringen, oder eher eine Gesprächsrunde in der heimischen Stube zum Leben erwecken? Steffi, seit knapp 20 Jahren DJane und auf dem Berghain-Label Ostgut Ton zu Hause, wollte mit „Power Of Anonymity“ etwas Drittes: Musik kreieren, die sie selber gerne in den dunklen Tanzräumen hören mag.

Ihr zweites Album folgt dabei ihren Pfaden zurück in die Anfangszeit ihrer Karriere. Damals war die Musik in den Clubs noch nicht so düster und dunkel wie heute, und nicht alles ballerte mit übelsten Bässen den Boden weg. Synth und Sequenzer durften Melodien und Hooklines kreieren, die eher psychedelisch fesseln und in ihrer Repetition eigene Reize spriessen lassen. Auch Steffi lässt die Töne hüpfen und aufeinander prallen, ohne die Läufe zu früh zu beenden oder zu schichten. Die Tracks entfalten sich zaghaft aber stetig. Der Beginn des Albums ist mit „PIP“ locker und zielt nicht direkt auf die minimalistische Bauweise dieser Musik ab. Je länger die Reise mit „Power Of Anonymity“ aber andauert, desto weiter wagen wir uns auf die Tanzfläche. Bei „Selfhood“ beispielsweise drücken die Keyboards auf die Tube und die Geschwindigkeit zieht an, oder „Bang For Your Buck“ trumpft mit starker Perkussion. Steffi gestaltet ihre Arrangements dabei nie überhastet oder zu voll, sondern lässt den Klängen Raum zum Atmen. Das Album behält somit seine lockere Grundstimmung und ist erstaunlich positiv für den Ostgut Ton-Katalog, denn dort regiert oft die Unterwelt. Wenn gegen Schluss dann noch Dexter und Virginia auf „Treasure Seaking“ einen gesanglichen Beitrag leisten, will man die Beine schwingen und grinsend in die Nacht hopsen.

Die kompakte Produktionsweise des Albums lässt sich am Klang erhören, denn alle Lieder verfügen über denselben Vibe und ergänzen sich zu einem gesamten Körper. Einzelne Tracks stechen dabei zwar nie gross aus der Menge heraus, in ihrer Gesamtheit fliesst aber alles wunderbar zusammen. Der Zweitling von Steffi hat somit beide eingangs erwähnte Situationen gemeistert, denn das Album besteht nicht nur im Club, sondern auch zu Hause mit Freunden. Intelligente Tanzmusik mit ein wenig Retroflair, so macht es Spass.

Anspieltipps:
Selfhood, Bang For Your Buck, Treasure Seeking

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