Nick Cave – The Death Of Bunny Munro (2009)

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Nick Cave – The Death Of Bunny Munro
Verlag: Canongate Books, 2014
Autor: Nick Cave
Links: Goodreads

Set adrift by his wife’s sudden death and struggling to keep a grip on reality, Bunny Munro does the only thing he can think of – with his young son in town, he hits the road. An epic chronicle of one man’s judgement and death, „The Death of Bunny Munro“ is an achingly tender portrait of the relationship between father and son.

Tja, das war jetzt ernüchternd. Nick Cave mag ich sehr als Musiker und Künstler, seine Platten sind immer wie Offenbarungen oder sogar Gottesdienste. Mit den Bad Seeds spielt er Lieder, die für immer in den Rock-Olymp aufgenommen werden sollen. Einen grossen Anteil der Faszination machen dabei seine Texte aus. Cave ist ein gewiefter Erzähler und packt mehr als nur Standard-Themen in seine Lyrics. Darum war ich mehr als nur neugierig auf seine Veröffentlichungen im Bereich der Romane. Leider hätte ich es wohl besser im Geschäft liegen lassen.

„The Death Of Bunny Munro“ stammt aus dem Jahr 2009 und erzählt die Geschichte einer kaputten Vater-Sohn Beziehung nach dem Selbstmord der depressiven Mutter. Bunny und Bunny Junior machen sich in ihrem Punto nun auf einen kleinen Roadtrip, der sie zu den Kundinnen von „Eternity Enterprise“ führt. Bunny ist Vertreter von Pflegeprodukten und nutzt diesen Job als Sprungbrett zu Sex mit einsamen Frauen. Dass er dabei seinen Sohn verstört und seine eigene Misere in Sex zu ertränken versucht (nebst Alkohol und Tabak), scheint ihm nicht aufzufallen oder ihn zu stören. Nick Cave versucht ein metaphorisches, düsteres und lebensnahes Bild eines sexsüchtigen Antihelden zu zeichnen, verliert sich aber selber in pubertären Fantasien. Wie oft müssen denn die Vaginas von Avril Lavigne und Kylie Minogue erwähnt werden? Wie oft kann eine handelnde Person sich in sexuellen Fantasien verlieren und dazu wixxen, ohne das es den Leser langweilt? Startet der Roman verheissungsvoll und stimmig, so schnell verliert er sich und wird belanglos. Die Reise von Bunny hat kein Ziel, das Ende wird durch den Buchtitel vorneweg genommen. Ebenso bleibt die Grundaussage der Geschichte auf der Strecke. Sei gut zu deinen Mitmenschen? Familie ist wichtig? Ficke so oft du kannst? Ich konnte mir nichts zusammenreimen, auch der Nebenplot mit dem gehörnten Mörder kann man gleich vergessen.

Sprachlich sehr einfach, liest sich das Buch immer gut. Cave versteht es, die Welt genau so dreckig abzubilden, wie sie auch ist. Aber trotzdem fühlt man sich oft eher im Kopf eines 15 jährigen Jungen gefangen als in den Gedanken eines grossartigen Musikers. Vielleicht hatte ich falsche Erwartungen, aber die positiven Kritiken kann ich so nicht nachvollziehen. Das Buch hat mich auf seinen kurzen 280 Seiten öfter enttäuscht als unterhalten. Da schaue ich mir lieber dieses Video an, als nur in spitzen Fantasien davon zu lesen. Denn hübsch ist es auf jeden Fall.

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5 Kommentare

        1. Ich hab dir Mal ne Mail gemacht, allerdings weiss ich nicht, ob die Adresse stimmt. Falls du mir schreiben willst: michael_bohli [at] bluewin [dot] ch

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