Noel Gallagher’s High Flying Birds – Chasing Yesterday (2015)

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Noel Gallagher’s High Flying Birds – Chasing Yesterday
Label: Sour Mash, 2015
Format: Vinyl im Gatefold, mit CD
Links: Discogs, Band
Genre: Rock, Britrock

Und wieder einmal beweist mir Noel, dass er der bessere Gallagher ist. Nach der Auflösung von Oasis machten sich beide Brüder daran, ihr musikalisches Erbe zu vergrössern und die Fans auf ihre Seite zu ziehen. Liam fuhr seine Band Beady Eye aber innert wenigen Jahren an die Wand und produzierte uninspirierten Bluesrock. Noel hingegen liess sich etwas mehr Zeit und präsentierte dann mit seinen High Flying Birds eine Gruppe, die den Geist der Britrocker weiterleben lässt. Auch mit dem zweiten Album „Chasing Yesterday“ lässt er Fans der elektrischen Gitarre frohlocken, ohne dabei das Gestern zu vermissen.

„Riverman“ legt gleich mal die Karten auf den Tisch und zeigt die Band ganz entspannt, mit mehreren Schichten an Gitarren, Bläsern und Gesang. Noels Gespür für feine Melodien und füllende Produktion lässt auch hier die Lieder von ihrer besten Seite erstrahlen. Spass und Fröhlichkeit wird dabei meist gross geschrieben, und sofort singt man die „Na na na na“-Texte lauthals mit. „In The Heat Of The Moment“ kopiert dabei keine AOR-Gruppe, sondern schunkelt mit uns auf die Tanzfläche im Indieclub. Dort sehen wir im Scheinwerferlicht Herrn Gallagher selbstsicher am Mikrofon stehen und uns zuzwinkern. Er fühlt sich gut in seiner neuen Band, und dank den beschwingten Liedern greifen diese Vibes auch auf die Hörer über. Ob nun traditionsgemäss gerockt oder eher der Britpop besungen wird, alles erklingt mit viel Energie und guten Einfällen. „Chasing Yesterdays“ anzuhören macht genau so viel Freude, wie die guten Oasis Scheiben aus dem Regal zu kramen. Das Hitpotential ist nicht das gleiche, aber die Grundstimmung dafür umso besser. Mit Saxofon und Einbrüchen in den Psychedelic Rock weiss Noel auch weiterhin seine Musik breiter zu fächern. Wenn das Album dann auf der zweiten Seite etwas gemächlicher wird, bricht die Spannung leider auch zum Teil ein. Aber die Band verfügt über genügend Versiertheit, um das gekonnt zu überspielen.

Freunde des handgemachten Britrock finden mit diesem Album eine neue Perle für ihre Sammlung. Noel Gallagher und seine fliegenden Vögel lassen uns die Wünsche für eine Oasis-Reunion vergessen und tief in die Musik eintauchen. Klangschichten und Melodien lauern hinter jeder Ecke, und wenn sie dich überfallen, ist es ein freundschaftliches Rangeln. Nimm das, Liam!

Anspieltipps:
Riverman, The Girl With X-Ray Eyes, The Right Stuff

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3 Kommentare

  1. Ach, ich freue mich schon auf das Konzert am Montag. Schön auf den Punkt gebracht, ich empfinde auch die erste Seite viel dynamischer. Und ich glaube es gibt niemanden auf der Welt, der Liams Gurkentruppe präferiert.^^

    1. Oh viel Spass dann. Ich muss noch bis Ende Juni warten um die Band live erleben zu können, freu mich aber schon jetzt.
      Auch wieder wahr, obwohl gerade Bluesrock-Fans mit den Gurken doch viel anfagen können. Scheinbar. ^^

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