Live: Spidergawd, Gaswerk Winterthur, 15-03-011

Spidergawd_Live_MBohli

Spidergawd
Support: Soup, Coogans Bluff
Mittwoch 11.03.2015
Gaswerk, Winterthur

Manchmal ist es nicht so einfach, grossartige Musiker zu würdigen. Als Bewohner der Schweiz hat man zwar den Vorteil, schnell durch das halbe Land reisen zu können nur um eine Band zu sehen, dafür verpasst man teilweise auch einen Auftritt. Da zwischen Zofingen und Winterthur eine Fahrzeit von über 90 Minuten liegt (mit dem Zug), ist es vielleicht nicht die beste Idee, ein Konzert an einem Mittwoch zu besuchen. Aber egal, was macht man nicht alles für die talentierten Herren von Motorspycho? Denn die Rhythmussektion Kenneth Kapstad und Bent Sæther fand sich vor nicht all zu langer Zeit mit Per Borten und Rolf Martin Snustad neu als Spidergawd zusammen. Wie es sich für die Ausnahmetalente gehört, ist auch hier der harte und wilde Stoner-Retro-Heavy-Psychedelic-Rock vorherrschend. Doch Verzögerungen verkürzten leider mein Vergnügen mit der Band auf eine halbe Stunde.

Drei Bands in einen Abend zu pressen war für meine Anwesenheitsspanne doch etwas knapp, aber wie auch immer, Spass hat es gemacht. Denn die Norweger Soup eröffneten den Abend bereits mit variationsreichem Post-Rock. Viel Gitarre und Druck, durchmischt mit Keyboard und Gesang. Und dann plötzlich der Wechsel zu einem treibenden Stück Heavyrock, geil. Glücklicherweise füllte sich auch der Raum während des Konzertes, denn beim ersten Lied schaute die Band etwas verdutzt in nur zirka 10 Gesichter im Zuschauerraum. Leichter hatten es da Coogans Bluff aus Berlin. Denn jetzt waren die Besucher des Gaswerks warm und in guter Laune. Dies transportierte auch die Musik der Band, spielten sie doch einen grossartigen Mix aus 70er Retro-Rock, Blues und Jazz. Erinnerungen an CCR oder Led Zeppelin wurden wach, besonders dank dem grossartigen Sänger / Bassisten, der mit seinen Läufen und tiefer Stimme begeisterte. Auch die Bläser fügten sich gut in die Musik ein und gerne wurde aus einem knackigen Rocker, ein psychedelischer Trip.

Trippig geht es auch bei Spidergawd zu. Nachdem ihr Slot leider um etwa 30 Minuten nach hinten verschoben wurde, erschienen sie nach erstaunlich kurzer Umbaupause auf der Bühne und legten gleich los wie die Teufel. Der Raum wurde komplett mit Klang und Lärm gefüllt, nicht nur die Ohren, sondern auch der eigene Körper spürte die Wucht. Saxophon, Gitarre, Bass und das gewaltig grosse Schlagzeug von Kenneth liessen nicht nur die knappe Bühne klein aussehen, sondern entluden Eruption um Eruption an Musik. Heftige Wechsel und mitreissende Passagen verflossen mit wilden Soli und Energie zu der majestätischen Musik, die man sich vom Motorpsycho-Umfeld gewohnt ist. Obwohl ich von der Band zuvor nie einen Song gehört hatte, fand ich mich gleich zurecht und war begeistert. Und dann musste ich leider mitten im Set das Gebäude verlassen, aber immerhin nicht ohne den Merchandisestand zuvor besucht zu haben. Die Band ist eine echte Empfehlung.

Soup_Live_MBohli  Coogans-Bluff_Live_MBohli

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