Tears For Fears – Songs From The Big Chair (1985)

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Tears For Fears – Songs From The Big Chair
Label: Mercury, 1985 / 30th Anniversay Edition, 2014
Format: 5CDs, DVD, 2 Booklet in Box
Links: Discogs, Band
Genre: Synth-Pop, 80ies

„Songs From The Big Chair“ ist eines der Alben, die in den Achtzigern wegweisend waren. Bis heute werden Lieder davon gespielt und die Band darf immer noch Konzerte geben, zu denen die Leute massenhaft erscheinen. Und auch wenn ihr die Scheibe nicht im Regal stehen habt, Tracks wie „Shout“ oder „Everybody Want’s To Rule The World“ kennt jeder in- und auswendig. Um den 30. Geburtstag von „Songs From..“ zu feiern, wurde letztes Jahr eine dicke Box mit Unmengen an Material veröffentlicht. All diese Zusätze ergänzen das Album auf eine angenehme Weise und lassen den Hörer tief in die Welt von Tears For Fears eintauchen.

Herzstück ist dabei die erste CD mit dem neu gemasterten Album. Spezialist Steven Wilson durfte Hand anlegen und verlieh dem Klassiker ein zeitgemässes Gewand. Der ursprüngliche Geist wurde dabei weder verletzt noch verunstaltet, die Musik erklingt in aller Klarheit. Es lässt sich nun genau nachhören, wie ebenenreich Roland Orzabal und Curt Smith die Lieder damals gestaltet haben. Was oberflächlich leicht als Popmusik abgetan werden kann, offenbart Tiefe und Intelligenz. Gerade Lieder, die nicht tagelang im Radio liefen, erzeugen mit ihren perkussiven Strukturen, vielfältigen Melodienwechsel und versiertem Einsatz der Instrumente eine Auslegung in Richtung Prog. Dieser Aspekt wurde kürzlich vom englischen Musikmagazin „Prog“ aufgegriffen und spannend ausgelegt – wobei Prog hier nicht im eigentlichen Sinne anzuwenden ist. Das Duo hat in den 80ern ihre Musik weiter gedacht als manch andere Band. Ihr Synth-Pop verfügte über Stolperfallen, Euphorie und Intelligenz. „Mothers Talk“ oder „The Working Hour“ widersetzen sich dem gängigen Format und spielen nach ihren eigenen Regeln. Mit „Broken“, das fliessend in „Head Over Heels“ über geht, befindet sich sogar ein kleiner Songzyklus auf dem Album.

Natürlich sind auch die klassischen Hits über alle Zweifel erhaben. Wer spürt nicht die glückliche Melancholie bei den ersten Gitarrenklänge von „Everybody Want’s To Rule…“? Wer schreit nicht sofort mit bei „Shout“? Wer fühlt sich nicht wie ein verliebter Teenager bei dem Klavierlauf von „Head Over Heels“, der kongenial in die Strophe übergeht? Tears For Fears bewiesen mit diesem Album grosse Songwriterkunst, die aber auch einen langen Weg hinter sich hat. Auf den sage und schreibe 4 Bonus-CDs lässt sich das nachvollziehen. Alternative Mischungen, Demo-Versionen, Single-Remix, Live-Aufnahmen, Outtakes und B-Sides – die Box bietet das gesamte Verwöhnprogramm. Gerade die Konzertaufnahmen und unveröffentlichten Lieder fand ich sehr interessant. Ob man nun jede einzelne Singleabmischung der Hits braucht, ist eine andere Frage. Und wer immer noch nicht genug hat, darf sich mit der DVD beschäftigen. Hier findet man eine Doku, Live-Videos und Promoclips. Ein grossartiges Paket für Fans und solche, die es werden wollen.

Anspieltipps:
Shout, Everbody Want’s To Rule The World, Head Over Heels

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