…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – IX (2014)

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…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – IX
Label: Superball Music, 2014
Format: Vinyl im Gatefold, mit CD
Links: Discogs, Band
Genre: Alternative, Noise, Progressive Rock

Unglaublich, Trail Of Dead haben letztes Jahr bereits ihr neuntes Album vorgelegt. So mancher hätte dies wohl zu Beginn ihrer Karriere als Träumerei abgetan, denn die Band war mit ihrer explosiven Mischung aus Punk, Noise und Rock kein einfacher Zeitgenosse. Ihre Konzerte arteten meist total aus und endeten in zerstörerischem Chaos. Genau so unbeständig zeigte sich auch die Musik. Wild und zappelnd spielten sie ihre Lieder, vieles wurde schnell rausgeschrien und überall krachte es. Mit den Jahren aber zeigte sich die Band dann aber ruhiger und erwachsener. Zeitgleich wandelte sich ihre Musik hin zu komplexeren Gefügen, Prog hielt Einzug. Mit „IX“ wird nun aber alles wieder ein wenig einfacher.

Die Platte ist eine Liedersammlung im herkömmlichen Sinne, der Hörer muss also nicht stundenlang nach übergreifenden Melodien oder schwierigen Taktarten suchen. Aber Trail Of Dead würden ihrer Musik niemals alle Komplexität absprechen, denn dafür wurzelt der Ursprung zu fest in der Wildheit und dem Chaos. So schaffen sie es auch auf diesem Album, konstant mehrere Gitarren und Klangflächen durcheinander zu wirbeln, sich gegeneinander aufbauen zu lassen, und dann effektvoll zu zertrümmern. Ob dabei das Mobiliar zu Bruch geht oder nicht, das hört man den Songs nicht an. Die Produktion ist auf höchstem Niveau und sorgt für Klarheit im Sturm, lädt damit geradezu ein, die harmonischen Gesänge und Melodien zu geniessen. Schreibertechnisch zeigt sich die Gruppe auf dem neusten Album von ihrer besten Seite. Knackige Lieder, tolle Hooklines und wunderbare Refrains. „Lie Without A Liar“ ist das beste Beispiel für die hymnenhaftigkeit ihrer Musik. Dabei bleiben sie ihren bekannten Merkmalen immer treu, auch der Gesang von Conrad Keely ist unverändert kratzig schön. Allgemein bleibt es bei der Band eine gross angelegte, aber bedrohliche Sache. In den Liedern brodelt es, die Musik steigert sich zu einer unzähmbaren Kraft. Wie bei einem Zweikampf umkreisen sich Album und Hörer, ein falscher Schritt und man landet im Abgrund. Gegen Ende der zweiten Hälfte überbordet dann alles in „Lost In The Grand Scheme“, und der kalkulierte Grössenwahn der Band kehrt vollends zurück.

„IX“ ist ein Album aus Songs. Trotzdem darf man die Platte nicht als einfache Fortsetzung der Karriere anschauen, sondern entdeckt unter der Oberfläche ein sprudelndes Gewässer aus Punk-Prog. Der Überbau ist nicht so zwingend wie beispielsweise auf „Tao Of The Dead“, aber klar vorhanden. Trail Of Dead beweisen ein weiteres Mal ihr Talent und bezwingen die Hörerschaft mit gezogenen Waffen. Widerstand ist zwecklos.

Anspieltipps:
Jaded Apostles, Lie Without A Liar, Lost In The Grand Scheme

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