Live: The Neal Morse Band, Z7 Pratteln, 15-03-05

Neal-Morse-Band_Live_MBohli

The Neal Morse Band
Support: Beardfish
Donnerstag 05.03.2015
Z7, Pratteln CH

Derselbe Segen, der Neal Morse in den 90er Jahren für den Progressive Rock war, dieser Fluch war er in den Nullerjahren. Mit der Band Spock’s Beard hat er in den USA die Stilrichtung aus der Versenkung geholt, und mit seiner melodischen Musik auf der gesamten Welt Fans gefunden. Danach aber kam die Abkehr vom Prog, die Sinnsuche im Christentum und die damit verbundene inflationäre Behandlung der Musik. Seit einiger Zeit vergeht kein Jahr, ohne dass Herr Morse nicht mindestens ein neues Studio- und Livealbum veröffentlicht. Dass sich die Alben teilweise nicht wirklich unterscheiden, ist jedem Fan mittlerweile aufgefallen. Seine Konzerte aber bleiben toll, denn Live strahlt er ein unglaubliches Charisma aus und weiss immer grossartige Musiker um sich zu scharen. Meine Vorfreude war deswegen gross, doch leider erlebte ich das unglaubliche: Ein belangloser Auftritt von Neal Morse.

Sein neues Album wird unter dem Titel der Neal Morse Band vertrieben, eine Aussage zum gemeinsamen Schaffen. Mike Portnoy, Randy George und Eric Gillette begleiteten ihn darum auch ins Z7 nach Pratteln. Zu fünft drückten sie von Anfang an voll auf die Tube und spielten jeden Song wie ein Hard-Rock Stück. Dies kam leider nie authentisch und immer sehr bemüht rüber. Die Klangqualität war auch schlecht, denn alle Instrumente waren viel zu laut und dröhnten oft. Der Brei stopfte den Zuschauern die Ohren voll und das Prediger-Mikrofon von Neal vermochte seinen Stimmumfang nicht zu übertragen. Von der üblich guten und ausgelassenen Stimmung in der Band war wenig zu spüren. Neal fummelte oft am Mikrofon, die Mitmusiker blieben blass. Sogar Portnoy, den sonst nichts bremsen kann, sass eher verhalten hinter dem Drum. Da half auch nicht, dass die Band „Harm’s Way / Go The Way You Go“ von den Bärten spielten, und bei „Alive Again“ vom neuen Album fleissig die Instrumente tauschten. Der Funke sprang bei mir nie über und ich empfand die gebotene Leistung für Herrn Morse schwach.

Ein besseres Bild boten da Beardfish, denn sie machten aus ihren kurzen 50 Minuten Spielzeit ein Fest für Progheads und Retrorocker. Ihre Musik ist eine wunderbare Mischung aus Genesis, Gentle Giant, King Crimson und was weiss ich alles, und bietet in der neusten Auflage immer mehr Anteile in Richtung Metal. Gitarrenlastige Songs wechselten sich mit epischen Longtracks, viel Melodie, Taktwechsel und Talent. Auch wenn die Truppe zu keiner Zeit innovativ ist, ihre Musik und ihr Auftritt haben Spass gemacht. Und hier war die Lautstärke und Abmischung noch super. Schade Z7, das war doch bis anhin auch immer gut?

Beardfish-live-MBOhli

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