Periphery – Juggernaut: Alpha / Omega (2015)

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Periphery – Juggernaut: Alpha / Omega
Label: Century Media, 2015
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit Inlays
Links: Discogs, Band
Genre: Djent, Prog-Metal, Math-Rock

Juggernaut ist eine unaufhaltsame Kraft / Energie, die alles auf ihrem Weg vernichtet. Unaufhaltbar bahnt sie sich ihre Spur und walzt alles nieder. Dieser metaphorische Begriff dient der US-Amerikanischen Band als mehr als passender Albumtitel, denn ihr neustes Werk ist eine unglaubliche Wucht. Unterteilt in zwei Platten mit dem Titelzusatz Alpha respektive Omega prügeln Periphery wild auf die Hörer ein. Dabei fallen vor allem zwei Dinge auf: Wie melodisch das Doppelalbum geraten ist, und wie zwingend beide Scheiben zusammengehören.

Oft zeigte die Musikhistorie auf, dass solche doppelten und langen Alben überladen sind. Gerne würde man diese Veröffentlichungen zurechtstutzen und der Band zeigen, dass es die Hälfte des Materials auch getan hätte. Periphery aber schaffen das Unglaubliche und verlieren während der über 80 Minuten Spielzeit nie den Fokus. Ihre Lieder bleiben auf „Alpha“, wie auch auf „Omega“ knackig, zielgerichtet und spannend. Extrem viel Faszination übt dabei ihre Mischung aus harten und technischen Passagen und hochgradig eingängigem Gesang aus. Beim Überlied „Alpha“ auf der ersten Platte wird dies perfektioniert: Die Band startet mit einer Melodie, die aus einem Computerspiel zu stammen scheint, wechselt auf harten Progmetal mit tobenden Wechsel, der Sänger stimmt ein und singt mit klarer Stimme. All dies steigert sich bis zum Refrain und jetzt geschieht das wunderbare: Die nun gewählte Melodie ist wunderbar stimmig und scheint direkt aus dem College-Rock zu stammen. Klingt merkwürdig, passt aber extrem gut zusammen. Genau mit diesen wechselhaften Stimmungen spielt die Band im gesamten Album. Auf lautes Geschrei folgt eine sanfte Gitarre, auf Haken schlagende Rhythmik folgt ein ruhiges Keyboard. Immer wieder auch werden Melodienfetzen, Textzeilen oder Harmonien aufgegriffen und verbinden die Lieder. Das Album ist somit nicht nur ein sehr langer Wurm an willkürlich gewählten Songs, sondern weist eine durchdachte Struktur auf.

„Juggernaut“ ist ein phänomenales Album. Es besticht mit technisch grossartig gespieltem Math / Djent / Prog (oder wie man diese Richtung zurzeit auch immer nennt), verzaubert mit Melodien zum mitsingen und ist technisch auf höchstem Niveau. Die Band zeigt sich zu keiner Sekunde einfallslos und schlägt immer wieder unerwartete Wege ein. Chorgesang erklingt, Balladen werden angedeutet und dann wieder mit dem Vorschlaghammer gnadenlos abgerissen. Bereits nach dem ersten Anhören blieb das Doppelalbum im Hinterkopf – und die Lust es immer wieder zu geniessen, nimmt nur noch mehr zu. Atemberaubend.

Anspieltipps:
MK Ultra, Alpha, The Bad Thing, Omega

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