Porcupine Tree ‎– Stars Die: The Delerium Years 1991 – 1997 (2002)

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Porcupine Tree ‎– Stars Die: The Delerium Years 1991 – 1997
Label: Snapper, 2002 / Remaster Kscope 2007
Format: Doppel-CD
Links: Discogs, Band
Genre: Art-Rock, Psychedelic, Space Rock

Es begann als erfundene Psychedelic-Space-Band im Kopf eines jungen Mannes, wurde ein Nebenprojekt mit Plattenvertrag und endete als eine der wichtigsten modernen New-Prog / Art-Rock-Bands in den 2000er Jahren. Die Geschichte hinter Porcupine Tree ist genau so interessant wie der musikalische Output. Steven Wilson hat sich mit der Band einen der ersten Grundpfeiler seiner Unsterblichkeit geschaffen, und diesen vor einigen Jahren zugunsten seiner Soloprojekte stillgelegt. Zeit, wieder einmal zurückzuschauen, auf die Anfänge der Gruppe und deren kuriose erste Veröffentlichungen.

2002 legte das Label Snapper eine Best Of vor, auf der das Frühwerk der Band in gesammelter Version zugänglich gemacht wurde. Dabei überspannt „Stars Die“ die Zeit vom ersten Album „On The Sunday Of Life“ bis „Signify“, und umklammert somit die psychedelische erste Phase. 1998 wurde dann mit „Stupid Dream“ zum ersten Mal alles anders, aber dies ist eine Geschichte für eine spätere Zeit. Zuerst stand die Band, oder besser gesagt das Projekt von Steven Wilson, für fröhlichen und rauschhaften Psychedelic. Der junge Musiker versuchte sich an Klangspielereien und eiferte Leuten wie Syd Barrett nach. Schon früh aber liess er diverse Einflüsse bei seiner Musik zu, es entstand eine aufregende Mischung in Richtung Art-Rock. Das ganz alte „Radioactive Toy“ steht hier als bestes Beispiel, verbindet es doch bereits die ausufernde Art späterer Longtracks mit einem harten Gitarrenriff und der Experimentierfreudigkeit. Da Wilson zu dieser Zeit die meiste Musik selber schrieb und aufnahm, klingen die Songs oft etwas flach oder künstlich, dieses Klangbild passt aber sehr gut zum Inhalt und der Art. Wer die Augen schliesst und sich der Musik hingibt, schwebt alsbald davon, am besten nachvollziehbar mit „Voyage 34“, einem in Musikform dargebotenen LSD-Trip.

Je weiter man sich durch die Jahre nach vorne arbeitet, desto mehr wird aus Porcupine Tree eine vollwertige Band. Die Mitmusiker werden wichtiger, das Volumen voller. Mit dem frühen Meisterwerk „The Sky Moves Sideways“ erschuf Wilson sein persönliches „Shine On You Crazy Diamond“. Nun sollte wohl auch dem Letzten klar sein, wie wichtig Pink Floyd und Konsorten für seine musikalische Entwicklung waren. Ab diesem Album mischt sich immer mehr Düsterheit und Melancholie in den Kontext, die Konzepte hinter der Musik werden beissender und Wilson bringt seine Gedanken über die Missstande der Welt mit lauten Gitarren und Taktwechsel aufs Blatt. Gerade „Signify“ macht es damit dem Hörer nicht immer einfach, sprüht aber nur so vor Ideen.

Die Compilation „Stars Die“ ist eine sehr gut zusammengefasste Werkschau der ersten Phase von Porcupine Tree. Es eignet sich nicht nur für Neueinsteiger, die sich bisher nicht an das Delirium des Anfangs gewagt haben, sondern auch für langjährige Liebhaber der Band. Auf den beiden CDs finden sich doch einige unveröffentlichte Versionen von bekannten, oder aber gänzlich unbekannte Songs. Bleibt nur zu hoffen, dass Steven diese Gruppe in naher Zukunft reaktivieren wird.

Anspieltipps:
Radiactive Toy, And The Swallows Dance Above The Sun, Up The Downstair, Stars Die, The Sky Moves Sideways – Phase One

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