Crosby, Stills, Nash & Young ‎– Déjà Vu (1970)

“Musik für die Ewigkeit”; unter diesem Label veröffentliche ich Reviews zu Platten und Alben, die mein Leben am stärksten beeinflusst haben, und mir für immer ans Herz gewachsen sind. Meine persönlichen Platten für die einsame Insel.

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Crosby, Stills, Nash & Young ‎– Déjà Vu
Label: Atlantic, 1970
Format: Vinyl im Gatefold
Links: Discogs, Band
Genre: Folk, Rock

Mein Musikgeschmack ist seit jeher sehr breit gefächert, fleissigen Lesern dieses Blogs wird das bestimmt aufgefallen sein. Was aber eher selten passiert ist, dass ich Platten, die in der Zeit vor den 90ern aufgenommen wurden, abspiele. Das heisst nicht, dass ich diese Musik nicht schätze (schliesslich fundiert sie als Grundstein aller heutigen Bands), aber das aktuelle Geschehen der Szene fasziniert mich zu sehr. Trotzdem hat sich mit der Zeit das Album „Déjà Vu“ von CSN&Y in meine ewige Bestenliste eingeschlichen. Ein Hippiefolkrock Album aus dem Jahre 1970, entspannend wie ein sommerlicher Tag in der Sonne, damals schon ein Hit und grosser Erfolg.

Denn hiermit legten die Herren David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young ihre erste gemeinsame Kollaboration zu viert vor und stiessen überall nur auf Begeisterung. Verwundern dürfte dies niemanden, denn das Album startet mit „Carry On“ bereits mit einem klassischen Lied der Hippiezeit. Mehrstimmiger Gesang, flirrende Gitarren und viel Gefühl der Freiheit und des Friedens. In der Mitte wechselt das Lied dann plötzlich die Stimmung und groovt mit lockerem Takt weiter, ohne die Blumenstimmung zu verlieren. Diese Wechsel finden im weiteren Verlauf immer wieder statt, aber nun nur noch zwischen den einzelnen Liedern. Jedes Stück auf „Déjà Vu“ hat seine komplett eigene Atmosphäre und weicht manchmal mehr in Richtung Country (Teach Your Children) oder starkem Rock (Almost Cut My Hair). Zusammen ergeben sie auch heute noch eine bunte Mischung der damals aktuellen Strömungen im Folk-Rock, fast ein Überblick zur abflauenden Hippiebewegung mit grossartiger, musikalischer Untermalung. Jeder der vier Herren darf als Songwriter brillieren und täuscht mit der Qualität der Lieder über die schwierige Zeit bei der Aufnahme hinweg. Scheinbar waren CSN&Y keine harmonische Gruppe, sondern verstrickten sich in mühsame Diskussionen und Uneinigkeiten. Das ist schwer zu glauben, denn das Album ist ein perfekt balanciertes und ausformuliertes Werk der damaligen Zeit. Viel Folk, noch mehr Rock, etwas Country und die Harmlosigkeit der Weltverbesserer.

Abwechslung bietet auch der Gesang, der je nach Song von anderen Musikern stammt, und sogar Neil Young klingt hier noch jung (auch wenn er schon damals kein guter Sänger war, im eigentlichen Sinn). Somit ist die erste Scheibe der neu formierten Crosby, Stills, Nash And Young ein Triumphzug, und fast jedes Lied wurde ein Klassiker. Abstriche sind nur bei wenigen Momenten zu machen, wie beim etwas trägen „Our House“. Glanzstücke wie das mehrteilige „Country Girl“ machen dies aber immer wett. Mit „Déjà Vu“ wurde von vier grossartigen Musikern ein ihnen ebenbürtiges Werk geschrieben, das bis heute nichts von seiner Faszination oder Wirkung verloren hat.

Anspieltipps:
Carry On, Almost Cut My Hair, Country Girl

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3 Kommentare

  1. Zuviel Karamellen können einen Zahn „ziehen“ 😀 Ich erinnere mich, wie ich die Platte mit 17 Jahren in den 80ern entdeckt habe, das hat mich in Staunen versetzt, hörte ich vorher doch nur Iron Maiden und AC/DC 😀 Die Kritk ist super und die Platte hat seine Daseinsberechtigung. Ich könnte wiederum auch nicht dauernd „mirrorball“ von Neil Young hören.

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