Annie – Don’t Stop (2009)

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Annie – Don’t Stop
Label: Totally, 2009
Format: Vinyl
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Synthie-Pop, Electro

Ich habe eine Schwäche für Popsternchen mit feiner Stimme und moderner Musik. Nebst Ellie Goulding, Katy B oder Robyn hat es mir auch Annie angetan. Die hübsche Dame stammt aus Norwegen und ist vor allem als DJane unterwegs. 2009 veröffentlichte sie ihr zweites Album, und dies wurde in der Musikpresse als „intelligenter Pop“ bezeichnet. Eine solche Aussage macht den Bohli neugierig, und einen kurzen Moment später rotierte das Album im Spieler – ein Vorgang, der sich bis heute gerne regelmässig wiederholt.

„Don’t Stop“ steht vor allem für Spass, ein lockeres Album, das den zeitgenössischen Pop bei seinen Wurzeln packt und ihn mit viel Freude auf die Tanzfläche zerrt. „Bad Times“ treibt mit schnellem Rhythmus und einer tollen Gesangsführung die Füsse an und lässt die Synthies herumschwirren. Das witzige „My Love Is Better“ spielt mit der sexuellen Wichtigtuerei des Genres und Annie reimt sich um den Körper. Allgemein sind die Texte oft humorvoll und nicht stupide wie oft bei der eher massenorientierten Musik. Annie will, dass der Hörer mitdenkt und sich nicht nur mit flachen Aussagen berieseln lässt. Ein Grund, wieso hier klar von intelligenter Musik gesprochen werden kann, und wieso das Album wohl bis heute eher unbekannt geblieben ist. Gesanglich bleibt es gemächlich und geerdet. Praktisch nie bricht ihre Stimme aus und verlässt den komfortablen Bereich, das tut den Liedern gut und lenkt nicht zu sehr ab. Denn gerade die musikalische Untermalung schöpft aus diversen Töpfen und lehnt sich dabei cool an eine Hausmauer. Die 80er hält Annie bei Fuss und mischte sich, dank namhaften Produzenten wie Paul Epworth, einen Soundcocktail, der alt und neu geschickt verbindet. „Songs Remind Me Of You“ spielt dabei mit Fade-Out und Verzerrung, um klar einen Stampfer vergangener Jahrzehnte zu beschwören. Wird das Album auf der zweiten Seite etwas ruhiger und verliert dabei auch etwas Spannung, weiss es doch dank Merkwürdigkeiten wie „The Breakfast Song“ oder „Loco“ zu gefallen.

„Don’t Stop“ ist wie ein Blumenstrauss aus Plastik – farbig und hübsch, aber doch mit starkem Retroflair. Der Hochglanz ist präsent, hat aber ein paar matte Stellen und ein paar Kratzer im Lack. Das macht die zweite Platte von Annie (und die Musikerin selber) sehr sympathisch und den Industriepuppen meilenweit überlegen. Wer gerne zwischendurch locker hüpfende Musik anhört, wird bei Annie ein neues Zuhause finden.

Anspieltipps:
My Love Is Better, Bad Times, Loco

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