Live: Bieler Music Days, Chessu Biel, 15-02-13

OhMyDeer_Live_MBohli

Bieler Music Days 2015
Freitag 13.02.2015
Chessu, Biel / Bienne

Wiedersehen macht Freude, darum begab ich mich letzte Woche nach Biel-Bienne um eine gute Freundin zu treffen. Wie es der Zufall so wollte, fand an diesem Abend der erste Teil der Bieler Musik Tage statt. Das bedeutet, viele Konzert kleiner – und noch meist sehr unbekannter – Bands rund um die zweisprachige Stadt. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und begaben uns trotz eisiger Temperaturen in den Chessu. Dieser ist das Zentrum des Autonomen Jugendzentrums Biel, und bietet einen stimmigen Rahmen für alternative Veranstaltungen. Ein guter Ort also, um eine Nacht lang Musik zu hören und zu tanzen.

Alles startete sanft mit Carolynn, ein Trio mit akustischer Gitarre, Schlagzeug und Geige. So hübsch wie diese Kombination wirkt, waren auch die Songs. Sanfter Pop mit fiedelnder Geige und einer guten Sängerin. Mir selber war dies alles etwas zu süss und zurückhaltend, aber so konnte ich mich noch schonen. Denn schon mit der ersten Umbaupause wurden die Ohren mehr als gefordert, denn auf der kleinen Nebenbühne malträtierten Silber Ingold, Martin Schütz und Beni Weber ihre Instrumente. Klangtechnisch bewegte sich der Erguss im Bereich Noise-Avantgarde, und wies selten Strukturen herkömmlicher Art auf. Kratzendes Elektrocello, Saxophon und Schlagzeug, eine oft ohrenbetäubende Mischung die das Publikum eher schockte als frohlocken liess, mir gefällt solche Musik aber sehr. Denn aus dem Lärm schlängelte sich mit der Zeit ein humpelnder Gefährte, der sich um die Arme der Zuschauer legte und ihnen ins Gesicht schrie.

Oh My Deer versöhnten die Besucher dann aber sofort wieder, denn ihr Indie-Folk bietet sich gut zum streicheln von Hundebabys an. Das Duo bewies ein gutes Händchen für verrückte Liedinterpretationen in neuem Gewand, beispielsweise „Barbie Girl“ von Aqua, einer der grossen 90er-Klassiker. Besonders Jessanna Nemitz verzauberte mit ihrer klaren Stimme, dem Tastenspiel und sanften Gitarrenzupfen. Dass die Gruppe noch nicht so lange Musik auf den Bühnen präsentiert, zeigte sich etwas in ihrer Nervosität. Doch das war einer der grossen Sympathiepunkte. Die zwei jungen Menschen sollte man im Auge behalten.

Mit Pillar Of Salt bekamen auch die Metalfans etwas geboten, mir selber war die Musik aber zu standardmässig geschrieben. Ich nutzte den Auftritt als Pause und wunderte mich über die Besetzung. Ist es wirklich ein Vorteil nur mit Gitarrist und Schlagzeuger aufzutreten, und die Bass- sowie Keyboardstellen als Samples einzuspielen? Wie auch immer, das Tanzbein schwang ich ganz wild beim abschliessenden Konzert von Mojo. Die gefühlvolle und eindrückliche Präsentation von 60er und 70er Rock, gemischt mit Soul und viel Rhythmus überzeugte auf ganzer Linie. Egal ob eigene Lieder, CCR oder Konsorten aus der Hippiezeit, die Truppe hatte den Chessu total im Griff und liess alle auf der Tanzfläche schwitzen. Die beiden Sänger / Gitarristen Xamax Krigu und Tex Baliman haben mich umgehauen.

Es war ein spassiger und spannender Abend, mit einem vielfältigen Einblick in die lebendige Musikszene in Biel. Immer wieder ist es erfreulich, spielfreudige und noch unbekannte Gruppen auf der Bühne zu erleben und zu merken, dass die Musik nicht bei den grossen Bands aufhört. Die Music Days wurden am Samstag fortgesetzt, aber da befand ich mich schon in Zürich um Kanada abzufeiern. Die Welt ist eins.

BMD_Live_MBohli  Mojo_Live_MBohli  Carolynn_Live_MBohli

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3 Kommentare

  1. Lieber Bohli.

    Ich habe einen Bericht über einen meiner Auftritte in Deinem Blog gelesen. Ich kann natürlich nicht erwarten das jeder das toll findet was ich mache 😉 Nur entspricht das wo Du geschrieben hast, definitiv nicht dem, was meine Band als Feedback erhält, von verschiedener und neutraler Seite her.
    Da ich Deinen Kommentar….mehr war es nicht…..nicht als fördernd für unser schaffen empfand, möchte ich Dich hiermit bitten, diese Kommentare auch bei anderen Künstler zu unterlassen. Und da Du unseren Auftritt als Pause benutzt hast ( Sehr schmeichelnd dies dann noch zu erwähnen) hast Du Dir sicherlich kein komplettes Bild gemacht. Merci fürs zulose!
    Wie gesagt ich kann damit umgehen das jemand etwas nicht toll findet oder es nicht seinem Geschmack entspricht. Aber Du solltest Dir bewusst sein das Dein Blog noch von anderen Personen gelesen wird und Dein Persönlicher Geschmack nicht zur Debatte stehen sollte.

    Danke

    Philippe

    1. Sali Philippe.

      Ich nehme an, du schreibst bezüglich diesem Bericht: https://17408sound.wordpress.com/2015/02/19/live-bieler-music-days-chessu-biel-15-02-13/
      Bevor wir uns hier in die Haare geraten, oder aneinander vorbei schreiben, möchte ich kurz ein paar Dinge klar darlegen. 17408sound ist ein Blog aus meiner Feder. Dieser entsteht in meiner Freizeit und dient ganz eigennütz dazu, meine Gedanken über Platten, Bands und Musik in die Welt hinauszutragen und mit anderen Menschen zu teilen. Dabei erwarte ich von jedem Leser, dass er die Texte auch als dieses auffasst. Persönliche, von mir selber verfasste Meinungen. Bei jedem Text versuche ich aber, fair zu bleiben und die Aussagen im grossen Kontext der Musikwelt einzuordnen. Gerade die Liveberichte leben aber eher von einem Stil, der dem Erfahrungsbericht nahe kommt, und nicht einem journalistischen Bericht. Wenn mir also etwas nicht zusagt, dann beschreibe ich dies auch so, immer mit dem Gesichtspunkt, unhaltbare Kritik zu vermeiden.

      Der Abend im Chessu war für mich eine ausgelassene Tanznacht, die ich spontan besuchte. Ich kannte keine Band und habe in alle interessiert reingehört. Da für mich zu diesem Zeitpunkt, Musik aus dem eher härteren Bereich (die mir sonst sehr zusagt, siehe diverse Plattenkritiken) unpassend war, habe ich deiner Band nicht gleich viel Zeit gewidmet, wie anderen Auftritten. Dies ist natürlich nicht ausreichend um eine kompetente Meinung zu bilden, aber das wollte ich auch gar nicht aussagen. In meinem Text schreibe ich – in meinen Augen – nicht schlecht oder herablassend über eure Gruppe, sondern sage nur, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht die passende Musik war, und ich den Liedern nicht viel abgewinnen konnte. Das Erwähnen der Pause dient im Text vor allem dazu, den Abend als Erlebnis und nicht als Abhandlung über eine musikalische Veranstaltung zu gestalten.

      Pillar Of Salt waren für mich kein Dorn im Auge, es tut mir leid wenn du meine knappen Zeilen so aufgefasst hast. Mein musikalischer Geschmack ist sehr breit gefächert, was aber auch bedeutet, dass ich nicht zu jedem Zeitpunkt Lust auf alle Stile habe. Gerne werde ich in Zukunft noch einmal an einem Konzert die Band anhören, oder mich mit eurer Musik via Internet beschäftigen, wenn dies gewünscht wird. Dann kann ich mich auch auf Metal einstellen und mit anderen Ohren an das Konzert heran gehen.

      Was aber weiterhin gilt bei 17408sound: Die Texte legen klar meine persönlichen Ansichten dar, ich werde keine Werbetexte schreiben um Bands zu helfen. Was mir nicht gefällt, kriegt keine Höchstnoten, wird aber auch nicht böswillig niedergemacht. Ich scheue dabei aber auch nicht zurück, bekannte Musiker zu kritisieren, siehe meine Konzertberichte zu Kings Of Leon oder The Neal Morse Band.

      Hoffentlich habe ich meine Absichten dir nun etwas klarer darlegen können.
      Gruss
      Michael

      1. Hi Michael.

        Nee in die Haare geraten tun wir uns nicht. Ich pflege aber auch meine Meinung zu sagen und wenn ich etwas nicht mag dann reagiere ich auch.

        Leider ist auf Deinem Blog nicht vermerkt mit welcher Absicht Du schreibst und auch kritisierst. Kopiere doch die ersten Zeilen Deiner Antwort direkt auf die Startseite Deines Blogs. Das würde dann ein bisserl Licht in Deine Absicht bringen.

        An dieser Stelle würde ich aber gerne eine Frage stellen. Warum machst oder schreibst Du diese Texte? Ich meine damit das Du hiermit, den Kreis der Leute mit welchen Du Deine Meinung teilen willst, über Deine Freunde und Bekannte weit ausdehnst und auch entsprechend Leute auf Dich aufmerksam machst. Also im Bewusst sein dieser Tatsache hast Du ja sicher einen Antrieb welcher Dich da treibt einen solchen Aufwand auf Dich zu nehmen. Und Du sagst ja auch Du willst Deine Meinung in die Welt hinaus tragen. Also eigennützig etwas in die Welt hinaus tragen ist schon sehr speziell…..es widerspricht sich.

        Noch ein zwei Worte zu POS.

        Wir treiben einen grossen Aufwand neben unseren Jobs und der Band eine Homepage zu pflegen und CD’s zu produzieren und Songs zu schreiben. Also detailierte Infos findest Du leicht.

        Eckdaten:

        – In drei Jahren haben wir drei CD’s veröffentlicht inklusive einem HD Video.
        – Wir singen in vier Sprachen
        – WIr spielen in zwei verschiedenen Setups. Einmal elektrisch mit Maschinen und einmal Akustisch mit Cajon und Gitarre. Man kann uns auf der Strasse antreffen.
        – Stile: Gothic Metal Rock HouseTechno Elektro Funk Alternativ Punk Reggae……..

        Wir haben keine Mitglieder gefunden wo bereit waren, das alles mit zu machen. Und wir wollen Live mindestens so gut rüber kommen wie auf den Medien. Und wir wollen vorwärts machen und nicht ewig über Details diskutieren wo verhindert hätten das wir das alles ereichen konnten. Somit spielen wir beim elektrischen Set mit Maschinen. Alle Instrumente sind selbstverständlich von uns eingespielt worden. No fucking Samples! Wir produzieren alles selber im eigenen Studio. Das Akustische Projekt wo wir als POS Undressed verstehen gibt uns die Möglichkeit zu zweit ohne Maschine zu spielen und wir spielen auch die elektrischen Songs in dieser Formation.
        Bei unseren Songs kommt zuerst der Text….dann wir der richtige Groove und die Musik gemacht. Auch wenn unsere Songs bei Dir Standard mässig ankommen muss ich sagen das aufgrund diverser Kritik dies auch anders rüber kommt. Und ich glaube das hat mich ein bisserl genervt. Übrigens die Jazzer sind gute Kumpels von mir und die finden uns geil 😉 Ja weil eben Kumpels…..mache zwischendurch mit denen auch Sound.

        Ja Michael vielleicht habe ich mit Dir einen neuen Freund gefunden welcher mir mit konstruktiever Kritiv helfen kann. Der zweite Grund dass ich ein bisserl genervt war ist das Du was schreibst aber nichts verwertbares für mich raus kam.

        So und zuletzt noch ein Hoch auf den Elias! War eine geile Party letztes Jahr. Und dank mir haben wir Veganer auch was tolles zu essen bekommen. Gell

        Lieber Gruss

        Philippe

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